Montag, 2. November 2015

Der Countdown läuft

Als ich mein Masterstudium begann war die Suche nach einem Diplomarbeitsthema noch in so weiter Ferne, dass es geradezu lächerlich schien, darüber nachzudenken.

Jetzt sollte ich das Thema bis Jahresende wissen. Und bis März mein Konzept ausarbeiten und bewilligt kriegen und das Ding bis September schreiben. Ich habe also, bedenkt man wie schnell die Zeit seit Studiumsbeginn bisher vergangen ist, gerade mal noch einen Wimpernschlag Zeit.

Kein Wunder, dass ich meine Panikattacken mit -50% Halloween Schokolade und 2+1 gratis Chips-Sackerln im Zaum halten muss.

Sonntag, 25. Oktober 2015

quod erat demonstrandum

"ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich ich"


"Eine Dresdner IT- Firma hat eine kostenlose App für Geflüchtete entwickelt, die das Asylverfahren erklärt und dabei hilft, kostenlose Sprachkurse zu finden. Da ist Facebook-User Manfred ganz traurig, weil ihm keiner eine App schreibt. Wir haben ihm ein faires Angebot gemacht." (Quelle - SHARP Frankfurt Main Facebook Account)


qed

Freitag, 16. Oktober 2015

Europa vs. anderswo

Herr und Frau Österreicher (und wenn man mancher Berichterstattung glauben darf, auch Herr und Frau Deutscher, bzw. generell homo mitteleuropeensis, der vielleicht nicht im Geld schwimmt, aber ein Auskommen hat) haben in der Regel ein großes Anliegen: es darf niemandem besser* gehen als ihnen selbst.

(*besser = ein Dach über dem Kopf und ein Bett haben, finanzielle Unterstützung beziehen, medizinische Versorgung erhalten - wobei der eigene Wohlstand gern kleingeredet wird, weil die Opferrolle eine sehr beliebte ist. Es geht uns ja mindestens genauso schlecht wie Flüchtenden, nicht wahr? Müssten nicht eigentlich *wir* viel mehr Zuwendung erhalten, weil es *uns* ja so schlecht geht?!)

Da wird mit Argusaugen gewacht, wieviel (Im)Migranten und Flüchtlinge an Zuwendungen erhalten und ob das eh nach individuellem Befinden beurteilt nicht zuviel ist ("wäu mir is jo a nix gschengt wordn!"). Abstruse Geldbeträge, die Asylwerber angeblich beziehen, und die völlig an der Realität vorbeigehen (http://www.unhcr.at/unhcr/in-oesterreich/fluechtlingsland-oesterreich/soziale-leistungen.html) werden verbreitet und Missgunst geschürt.

All diese Punkte sind an anderen Stellen schon hinreichend diskutiert worden und ich plane nicht, sie nochmal in aller Länge aufzurollen. Nur ist der direkte Vergleich zwischen Menschen, die es im Grunde nicht schlecht haben und die jetzt etwas gestresst sind aufgrund einer Krise, die sehr viele persönlich nicht einmal betrifft und Menschen, die schon von vornherein nicht viel besaßen und die tatsächlich alles verloren haben, interessant. Und für homo mitteleuropeensis mE nicht sehr schmeichelhaft.

Während meines letzten Auslandseinsatzes in Nepal habe ich viele Menschen getroffen, denen das Erdbeben ihren wenigen, kostenbaren Besitz geraubt hatte. Sie standen neben den Ruinen ihrer Häuser, suchten nach ihren noch immer vermissten Angehörigen und Freunden, hatten kein sauberes Trinkwasser, keine Möglichkeit, medizinische Behandlung zu beziehen, oft war das Vieh ebenfalls umgekommen und die Existenzgrundlage war damit verloren ... aber was ich von all diesen Menschen auch nicht ein einziges Mal gehört habe, war das Wörtchen "ich".

Viele haben sich herzlich bedankt, dass wir gekommen sind, um zu helfen. Sie haben uns Unterstützung angeboten, uns Essen geschenkt, uns ausgefragt - aber nicht ein einziges Mal ging es dabei um "und wann helft ihr *mir*?" oder um "Warum kümmert ihr euch denn zuerst um die *anderen*?" Kein "sich selbst automatisch zurückgesetzt fühlen", kein "Glauben man kommt zu kurz", nichts dergleichen.


Korrumpiert uns unser Wohlstand so sehr? Ist Besitz automatisch begleitet von wachsendem Neid? Und könnten wir unsere Verlustangst nicht vielleicht woanders ausleben, als auf dem Rücken derer, die bereits alles verloren haben?

Samstag, 12. September 2015

Tupperdeckel vs Herdplatte

Im aufgedrehten Zustand gewinnt die Herdplatte, nachhaltig.

Wer 2h Zeit erübrigen kann, kann das geschmolzene Plastik wie folgt vom Herd bekommen:


- Platte abdrehen.

- Lautstark fluchend mit der stumpfen Kante eines großen Schneidmessers (welches man danach entsorgen kann...) das noch heiße Plastik, welches aggressiv blubbernd einen stinkenden Haufen auf der Herdplatte bildet, abkratzen und in das erstbeste Geschirrhangerl schmieren (welches man ebenfalls entsorgen kann). Das solange wiederholen, bis keine nennenswerte Flüssigplastikmenge mehr abgeschabt werden kann und/oder keine Geschirrtücher/Küchenrolle/alte T-Shirts mehr da sind. LANGSAM BEWEGEN - HEISSE PLASTIKSPRITZER AUF HAUT/AUGEN/KLEIDUNG SIND WAHRLICH NICHT DAS GELBE VOM EI!!!!

- Feststellen, dass man in der Küche vor lauter Rauch nichts mehr sieht und das es weise wäre, die Fenster zu öffnen und die Katzen in einen Raum mit Frischluft wegzusperren. Beten, dass Erstkontakt mit der Feuerwehr ausbleibt.

- Um Hilfe Googlen und auf der Suche nach Tipps Freunde anrufen und mit der Story allgemein für Heiterkeit sorgen.

- Feststellen, dass es in der ganzen Wohnung an Putzmitteln eigentlich nur Glasreiniger, Entkalker und Parkettfussbodeneinlassmittel gibt und zur nächsten Drogerie pilgern.

- Auf der abgekühlten Platte nach Lust und Laune Chromstahlreinigungsmittel, Backofenreiniger, Essigessenz auftragen, abwischen und feststellen, dass sich kaum etwas am Ursprungssaustall ändert.

- Die Platte erneut aufheizen und die warme Platte dann ausgiebig mit einer willkürlichen Mischung aus oben genannten Reinigern malträtieren. Ein Drahtwaschl zum Herumkreisen auf der Platte, wie auch normale Abwaschschwämme für den Plattenrand und den Chromstahlbereich eignen sich ganz gut. Verbesserungsvorschlag: Mundschutz benutzen oder Ventilator aufstellen, die Dämpfe auf aufgeheizten Platten sind fies. !!!!! CAVE: Bevor man irgendwas auf eine warme Platte kippt: Vorher Gebrauchsanweisung vom Putzmittel lesen - mit einer Brandkatastrophe durch Putzorgie ist niemandem geholfen!!!!!

- Bei Bedarf das Aufheizen und Reinigen mit dem Drahtwaschl wie oben beschrieben wiederholen. Mit einem Buttermesser oder der Spitze eines Gemüsemessers (das dann ebenfalls das Zeitliche segnen darf) die Ritzen am Rand der Platte auskratzen.

- Zum Abschaben von erkaltetem Plastik am Chromstahlbereich empfiehlt sich entweder ein Ceranschaber oder eine der 20 Kundenkarten, die man nutzlos im Geldbörsel herumträgt. Letzeres schabt natürlich schlechter, hinterlässt aber weniger Kratzer als alles andere, was ein Normalhaushalt so zu bieten hat.

- Nicht verzweifeln oder aufgeben. Alles wird gut.

Freitag, 4. September 2015

Die Sinnsuche

15 oder 16 Jahre alt werd ich gewesen sein, mit diesem "mir-gehört-die-Welt-von-morgen-ihr-werdet-schon-sehen-und-was-könnt-ihr-mir-schon!" Gefühl, gepaart mit teenagereigener Unsicherheit und dem Drang nach Sinn im Leben. Sinnsuche war immer schon, in jedem Lebensjahr aufs Neue, ein wiederkehrendes Kapitel für mich. Ich dachte lange, mein Sinn bestünde in der passenden Berufswahl um damit (m)einen richtigen Platz im Leben zu finden - nur um festzustellen, dass Sinn- und Arbeitssuche sich vor allem für unter 25jährige ohne 10 Jahre Berufserfahrung und 2 abgeschlossene Hochschulstudien nur schwer vereinbaren lassen.

Ich saß in der zweiten Reihe von vorne, links außen bei den Fenstern (Blick auf den Himmel mit ein paar Baumspitzen), daneben die langgediente Sitznachbarin B., eine von den Freundinnen, die in erster Linie sympathisch sind, weil man einander in der Klasse noch am ehesten ausstehen kann. Und ich blickte, innerlich bestätigt von der Sinnlosigkeit meines Seins durch eine unendlich öde Mathestunde, aus dem Fenster und sagte (sinngemäß) so etwas wie "ich würde wirklich gerne in interessanteren Zeiten leben, wo sich weltpolitisch was tut, wo's um was geht, wo man was bewirken kann!" B. hat mich nicht verstanden.

Heute, wo ich in weltpolitisch verdammt relevanten Zeiten lebe, in denen es für so viele um alles oder nichts geht, und in denen nicht absehbar ist, in welche Richtung die Erde sich weiterdrehen wird, entringt mir mein 15-bis-16-jähriges ich und sein bescheuerter Wunsch nach mehr Action und Sinn nur ein resigniertes Seufzen. Ich ziehe den Wunsch hiermit zurück. Geht das noch?

Sonntag, 2. August 2015

Was ich alles bin

Gemäß diverser Wortspenden und Klassifizierungen der letzten Wochen/Monate/Jahre bin ich folgendes:




... ein 68er Hippie Gutmensch und Realitätsverweigerer (weil ich der Meinung bin, dass Österreichs Grenzen nicht dichtgemacht werden sollten und Flüchtlinge menschlich behandelt werden müssen).
Also wenn schon, dann bitte 84er. Auf das Geburtsjahr lege ich schon Wert.

... selbstsüchtig und verantwortungslos (weil ich mich gegen eigene Kinder entschieden habe und nun dafür verantwortlich bin, dass das Pensionssystem zusammenbricht)
Boah, das hat sooooo'n Bart. Das einzige was mich hierbei noch erstaunt ist die Regelmäßigkeit, mit der ich auf diese Aussage treffe.


... ja nur ein Mädchen.
Und jedes meiner beiden X Chromosomen steckt die Urheberin dieser Aussage einzeln in die Tasche.

... schuld, wenn Männer mich anmachen (obwohl ich das nicht möchte und auch deutlich kommuniziere), weil ich die falschen Signale sende/die falsche Kleidung trage/falsch dreinschaue.
Der Bart continues. Natürlich ist mein einziges Lebensziel, arme verwirrte Männer zu verführen, die der Meinung sind, dass die Tatsache, dass ich heute ein rotes T Shirt und einen Rock trage, bedeutet, dass ich ihnen insgeheim zu Füßen liegen will und das nur nicht klar ausformulieren kann.

... ahnungslos, und ich soll mich mal informieren, wenn ich die Meinung des Gegenübers nicht teile.
Dass ich eventuell auch Ahnung habe, muss man nicht in Erwägung ziehen.

... außerdem zu pummelig und wenn ich nur ein paar Kilo abnehmen würde, wäre alles viel besser.
Der Bart nimmt und nimmt kein Ende.

Montag, 18. Mai 2015

Das Zurückkommen

Es ist ein bisschen wie ein Kopf voller Watte, ein einziger dumpfer Kater, wenn man sich mit einer Mischung aus Wiedererkennen und Verblüffung umblickt.

Ist das *wirklich* alles so?

Es ist auch Frustration, und Ärger und Trauer. Und schlechtes Gewissen, weil ich hier, im behüteten, bequemen mitteleuropäischen Nest weitermache und nicht dort, wo ich war und wo es um die Wurst geht.

Es ist Dankbarkeit, für das, was wir so selbstverständlich "die kleinen Dinge" nennen. Die kleinen Dinge, die verdammt noch mal gewaltig sind: sauberes Wasser. Ein Dach über dem Kopf. Ein Bett. Familie und Freunde.

Ich bin jetzt wieder mehr "da", als vor eineinhalb Wochen, als ich aus dem Flugzeug aus Nepal gestiegen bin. Aber doch noch nicht so richtig.

Freitag, 28. November 2014

Geil?

In einem früheren Job, der sich mittlerweile wie ein anderes Leben anfühlt, sagte mir eine Kollegin, die damals auch nebenher studierte, dass sie "diese Phase 1 bis 2 Wochen vor der Prüfung" geil findet.

Dieses krampfhafte, in jeder möglichen Pause Lernen, das völlig Übernächtigte in die Arbeit kommen weil man zu Hause nur 2 Stunden geschlafen hat um den Rest der Nacht an der Seminararbeit zu schreiben, dieses totale fixiert sein auf die Prüfung und den Stoff und überhaupt. Es würde sie auf seltsame Weise beflügeln, und obwohl sie merke, dass sie wahnsinnig fertig und müde sei, wäre es trotzdem wie ein Rauschzustand, eine Besessenheit, die sie zu Höchstleistungen treibe.

Und hier, Jahre später, sitz ich nun, in meinem zweiten Studium, das zwar toll ist aber mich mehr fordert als es das erste je getan hat. Ich lese, Bücher, Fallstudien, Papers, durchgehend. In der Bim am Weg zur Arbeit und zurück. Beim Essen. Am Klo. Nach der Arbeit. Manchmal, wenn ich extra dafür früher aufstehe, auch vor der Arbeit. Mein Freund kennt im Moment nur noch in "Lernuniform" (Kapuzenpulli und Jogginghose, Schokolade in der Hand). Meine Pinnwand ist bevölkert von Zeitplänen bis zur Abgabedeadline, essay plans, Themenstrukturbäumen. Mein Kaffeekonsum kann nicht mehr gesund sein.

Und wirklich, ja, es ist auf eine abartige Art und Weise irgendwie geil.

About

Ein bunter Mix aus Sanitätergedanken, Studentenqualen, zuwenig Schlaf, drei Jobs und einem zum Teil etwas wirren Privatleben. Lesen auf eigene Gefahr. Dass Beiträge immer verständlich und klar formuliert sind, wird hier nicht garantiert.

Zum Rauszoomen ...


Massive Attack
Paradise Circus



Clara Luzia
Here's To Nemesis

Das kleine....

Früher, als das Gras noch grün und die Kühe noch fett waren ...

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Wow ... Schon soviele?

Little Mia is watching :-) ...

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Online seit 3270 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 19. Mai, 02:00

Disclaimer

Eh klar. Alles erstunken und erlogen. Keine Ähnlichkeiten zu wem auch immer, egal ob lebend, tot, fiktional. Und mich gibt's in Wirklichkeit auch nicht.

... and the Oscar goes to ...
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die gewisse Grundgröße: 6 m!
die universität macht naturtalente bläd
die wände hoch, die straßen entlang ...
feiertags-wahnsinn
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G'schmackig!
gute Idee - schlechte Idee
im auftrag eurer eiligkeit
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