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Montag, 28. September 2009

Wer herzhaft lachen möchte ...

... dem sei das hier ans Herz gelegt.

(Als ich heute früh die Zeitung aufgeschlagen und dieses Foto gesehen hab, war mir eigentlich klar, daß da sowas kommen mußte. Danke für den Link Michi - you made my day!)

Wie es sein hätte können

Berufungsursache: Brustschmerz.

Kann jetzt grundsätzlich mal alles sein. Von angeknackster Rippe wegen "gestern im Badezimmer ausgerutscht" über Lungenembolie bis hin zur von mir bis auf Blut verhaßten Intercostalneuralgie. Was das dann wirklich ist, kommt über die Alarmierung oft nicht genau raus... siehe auch Stille Post ;-) .

Der gedrillte Rettungsmensch (und zumeist auch der Laie) denkt aber bei "Brustschmerz" an ... na? Genau.

So stapfen wir also, bepackt mit EKG, Sauerstoff, Rucksack, ... die Stiegen hinauf. Die Gattin des Patienten erwartet uns völlig aufgelöst in der Wohnungstür und bringt uns zu ihrem Mann, ca. 65, der kaltschweißig und nervös bis ängstlich auf der Couch liegt. Er hat Probleme zu sprechen, schnappt immer wieder nach Luft und klagt über einen stechenden Schmerz in der Brust, der in die linke Schulter ausstrahlt. Er hat das schon seit einigen Stunden, aber vorher war's nicht so schlimm, jetzt erst, als er die Stiegen zur Wohnung hochgegangen ist, ist das so tragisch geworden. Jetzt hat er Probleme beim Atmen und große Angst, die ihm gemeinsam mit dem Schmerz die Kehle zuschnürt. Außerdem wird ihm auch allmählich übel.
Die Gattin verliert zunehmend die Nerven, fragt immer wieder dazwischen, ob ihr Mann jetzt sterben wird, und ob sie irgend etwas tun kann um uns zu helfen. Versuche, sie zu beruhigen, wirken immer nur kurzfristig.

Das NEF mit unserem Notarzt drin trifft ein paar Minuten nach uns (dem RTW) ein. Man verfrachtet den Patienten ins Rettungsauto, die Gattin hastet, mühsam um Fassung bemüht, durch die Wohnung, um Sachen fürs Spital zusammenzusuchen und sich damit irgendwie davon abzulenken, wie es um ihren Mann steht, der Doktor beäugt das EKG, stellt einen Batzen-Infarkt fest, sticht einen Zugang und spritzt Diverses. Dann geht’s mit viel Licht und unter Reanimationsbereitschaft ins Spital.

So hätt's auch sein können. War's aber nicht. *rewind*

... stapften, bepackt mit EKG, Sauerstoff, Rucksack, ... die Stiegen hinauf.
Die Gattin, etwas angespannt, aber sehr besonnen, führt uns ins Wohnzimmer und ... da steht schon ein EKG auf dem Couchtisch. Und einige leere Ampullen. Und eine mittelalte Dame ist auch dort, die aufspringt, uns die Hand entgegenstreckt und sich mit einem Affentempo vorstellt.
"Grüßgott, ich bin Dr. X, ich bin die Hausärztin vom Herrn Y und Chefärztin auf der Kardiologie im Ziemlich-Arg-Großen-Spital-um-die-Ecke."
Dr. X dreht sich um und zeigt auf einen Mann ihres Alters, der sich bisher ruhig hinter ihr in einer Zimmerecke gehalten hat und der bis dahin eigentlich keinem aufgefallen war.
"Das ist mein Mann, er ist Anästhesist im andern-fast-so-großen-Krankenhaus."

Und dann beginnt sie, zu erzählen. Daß sie von der Frau Y (übrigens ein Musterbeispiel an Zurückhaltung und minimaler Hysterie) angerufen worden ist, weils dem Gatten nicht gut ging. Unklare Brustschmerzen seit dem Morgen, jetzt immer schlimmer geworden, usw. (siehe oben).
Also packt Frau Doktor ihren eigenen Gatten, fährt zum Ort des Geschehens, diagnostiziert dort noch vor unserem Eintreffen mittels eigenem, schmucken, kleinem EKG den Batzen-Herzinfarkt und beginnt gleich mit Therapie - sie spritzt das eine oder andere Mittelchen fürs Herz, ihr Mann checkt die medikamentöse Beruhigung des Patienten.

Und so übernahmen wir einen perfekt antherapierten, quasi völlig beschwerdefreien Patienten (das 2. EKG, kurz vor Abfahrt geschrieben, war um Häuser besser als das erste) und brachten ihn ins Krankenhaus.

Bitteschön, man verstehe mich richtig: Bei solchen Fällen – plötzlich auftretende Beschwerden, bei denen man das Gefühl hat, daß da ein Notfall dahintersteckt – gehört sich eigentlich als erstes der Anruf bei der Rettung, nicht beim Hausarzt.
Trotzdem schauts so aus, daß viele Leute sich zuerst beim Arzt ihres Vertrauens melden und mal nachfragen, was denn das sein kann und was man denn da machen könnte. Ich hab leider auch schon Hausärzte erlebt, die sich dann nicht mit Ruhm bekleckert haben.

Schön, zu sehen, daß es auch den Idealzustand gibt, wo das Zusammenspiel niedergelassener Doktor – Rettung super funktioniert. Das gehört auch mal gesagt, aller Suderei zum Trotz.

Zum Rauszoomen ...

Das kleine....

es gibt noch etwas anderes als "Lewin - Genes, 9. Auflage" und "Brock - Biology of Microorganisms" ...



Stephen King
Es

Früher, als das Gras noch grün und die Kühe noch fett waren ...

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Wow ... Schon soviele?

Little Mia is watching you :-) ...

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Zuletzt aktualisiert: 2. Dez, 00:26