Donnerstag, 7. Oktober 2010

Wie der ...

... Einsatz unterm Strich ausgegangen ist, weiß ich nicht. Und ich hasse das.

Da kommst du hin, auf der Couch liegt ein - eigentlich sonst pumperlgsunder Mittvierziger - in einem Zustand, bei dem ich mir nach 2 Minuten sicher bin: Notarzt bitte. Ohne Doktor an meiner Seite will ich den Mann nicht ins Krankenhaus bringen.

Kopfschmerzen hat er, jetzt seit einer Viertelstunde, ganz plötzlich und so schlimm, daß er kaum mehr die Augen aufbringt. Erbrochen hat er seither mehrmals, seit er liegt ist die Übelkeit aber nicht mehr so schlimm. Und dann ... können wir eine leichte Pupillendifferenz feststellen, während wir auf den Doc warten ... nicht gut. Riecht nach Hirnblutung.

Und wir warten doch eine ganze Weile - es ist viel los diese Nacht. Bei meinem motivierten, braven Team sind die wichtigen Handgriffe schnell getan, Atemweg ist rasch per Esmarch-Handgriff gesichert, Neurocheck, im Nu hängt der Patient am EKG (unauffällig), Werte sind gemessen (bis auf leicht erhöhten Blutdruck alles im Normbereich), Sauerstoff wird mit 10 l/Minute gegeben, i.V. Zugang ist vorbereitet (einmal mehr frustet es mich, noch nicht stechen zu dürfen ... hier wäre das wirklich mal sinnvoll), in 5 Minuten Intervallen wird der Blutdruck nachgemessen... und irgendwann bleibt uns nichts anderes mehr übrig, als zu warten. Die Vorgeschichte und Daten des Patienten sind dank äußerst kooperativer Ersthelfer auch schnell erhoben und ich kritzle die Dokumentation vor mich hin. Schaue mir zum 20. Mal den EKG-Streifen an. Und die Sauerstoffsättigung. Und den Blutdruck. Und fühle mich etwas hilflos. Jetzt wäre der Moment, wo wir in einer kurzen Hau-Ruck Aktion den guten Mann in den RTW verfrachten und flottamente auf die Stroke fahren. Und ich muß warten.

Und so warten wir. Gerade, als ich daran denke, in der Leitstelle mal nachzufragen, ob der Doc gedenkt aufzutauchen, taucht er auf - als NAW. Sticht, hängt eine Infusion dran, hört bei der Übergabe wie halt oft üblich nur halb zu, packt Patient ein, fährt.

Wieder einmal wird man nie erfahren, was daraus geworden ist.
Und das frustet auch.
Michi (Gast) - 7. Okt, 17:59

nicht ärgern.

ihr habt eure mittel voll ausgeschöpft und das richtige getan, somit hatte der pat einen guten ausgangspunkt.

niko (Gast) - 8. Okt, 13:54

glaubst du, der doc hat ne ausbildung....? :D

aja und außerdem wars eh unser fehler, weil die pupillendifferenz hatte er, weil wir ins eine aug geleuchtet haben und dabei das andere natürlich größer war (die pupille wird nämlich kleiner wenn licht reinfällt - wer hätt's gedacht?)

ich fand ja das beste, dass er ihn bis zu straße genötigt hat zu gehen...kopf-->tisch

Michi (Gast) - 8. Okt, 15:38

wtf.
katerwolf (Gast) - 8. Okt, 18:01

das fände ich auch frustrierend, dass man nicht erfährt, wie es weitergeht. aber schützt es nicht auch ein wenig, dass man es nicht zu nah an sich ranlässt, wenn man das schicksal nicht weiterverfolgt?

liebe grüße, katerwolf

mia (Gast) - 9. Okt, 16:22

Ja, da hast du irgendwo schon recht. Nur einen kleinen Teil des Weges mit dem Patienten zu gehen, hilft schon, sich etwas abzuschotten. Aber manchmal gibt es einfach Fälle, wo die Krankheit oder Unfall so unvermittelt und jäh passieren, daß es dadurch vielleicht ein bißchen persönlicher wird als beim "Standardeinsatz". Und das sind dann die Dinge, bei denen ich einfach gern wüßte, was passiert ist. Ob meine Verdachtsdiagnose richtig war. Ob ich helfen konnte.

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Ein bunter Mix aus Sanitätergedanken, Studentenqualen, zuwenig Schlaf, drei Jobs und einem zum Teil etwas wirren Privatleben. Lesen auf eigene Gefahr. Dass Beiträge immer verständlich und klar formuliert sind, wird hier nicht garantiert.

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