... and the Oscar goes to ...

Dienstag, 16. Juni 2009

Terminator 4 - die Erlösung (SPOILER)

t4

Es kommt drauf an, was man erwartet.
Die beste aller Mitbewohnerinnen, gebeutelt von ihrer nahenden Diplomprüfung, und ich, genervt nach einem Lenkeinschul-Dienst, der sich großteils in den Ecken der Stadt abspielte, in denen ich mich nüsse auskenne, freuten uns darauf, uns einfach zwei Stunden lang sinnlos im Kino das Hirn rausbomben zu lassen.

Und, es sei euch gesagt, so war es. Wir verließen den Kinosaal nach 115 Minuten Dauerexplosionen entspannt und guter Laune und hockten uns auf einen Cocktail in die nächste Bar.

Genauer reflektiert ....
... optisch find ich den Film wunderbar. Tolle Kameraführung, fesselnde Bilder, gute Effekte. Durch die Farbgebung wird einem eigentlich während des gesamten Films wirklich nie warm, auch wenn im Grunde alles in der zerbombten Wüste spielt. Ein wenig scheint das ganze auch wie eine Mischung aus "Krieg der Welten", "Matrix" und - allerdings wohl nur um den Titel zu rechtfertigen - "Terminator".

Für Freunde von Handlung und ausgearbeiteten Charakteren: bitte Nummer ziehen und auf den nächsten Film warten. Ob des wirklich nicht umwerfenden Plots kann ich mich eigentlich auch nur über die einzelnen Darsteller auslassen. Sonst blutet mir das Herz zu sehr (ich liebe den 1. und den 2. Teil, die in dieser Hinsicht um Welten besser waren ...) .

Christian Bale tut was er kann, aber sein einziger Verdienst während des gesamten Films ist es, der Über-Rebell John Connor und die härteste Sau diesseits des Mississippi zu sein. Auch wenn der "Ich komme wieder" One Liner ein nettes Gimmick war.

Anton Yelchin als Kyle Reese war irgendwie süß aber etwas farblos. Und daß Skynet es nicht fertigbringt, den Menschen, der als allererster auf der "Kill! Kill! Kill!"-Liste steht, umzunieten, sobald er identifiziert wurde (und sich noch dazu in Gefangenschaft befindet!) läßt mich ein wenig an der tödlichen Präzision der Maschinen zweifeln.

Ein Lichtblick war Star. Manche Fehler passieren gottseidank nicht 2x ... das Kind in "Krieg der Welten" war sagenhaft nervig, und das Frustpotential wurde dahingehend gesenkt, daß die Kleine in Terminator 4 einfach keinen Text bekommen hat, sondern nur lieb aussehen mußte.

Der "Hybrid" Marcus Wright war für mich eigentlich noch die interessanteste Figur im ganzen Film, aber grad dessen innere Zerissenheit kam für meinen Geschmack zu kurz.

Daß auch Arnie einen - wenn auch CGI-verschuldeten - Auftritt hat, war nett, wirkte aber eher belustigend als bedrohlich oder beeindruckend. Überhaupt hab ich während der letzten dreiviertel Stunde/Stunde des Films (und die spürt man!) mehr in mich hineingegrinst als gebannt die Leinwand beobachtet.

Fazit: Netter Versuch, der sich leider zu ernst nimmt. Wär ich ins Kino gegangen um ganz bewußt - hurra!! - den 4. Terminator-Teil zu sehen, wäre ich herb enttäuscht worden. Aber man hat's immerhin mit solidem Action-Berieselungskino zu tun, auch, wenn man nicht mit Leib und Seele drinhängen kann.

Dienstag, 17. März 2009

Der Knochenmann (SPOILER)

knochenmann

Ich sag's gleich, ich bin bekennender Hader-Fan und auch die Figur von Wolf Haas' Ex-Kieberer, Ex-Sani, nix-auf-die-Reihe-Krieger Brenner ist mir sehr ans Herz gewachsen. Das Buch zum Knochenmann, muß ich gestehen, hab ich leider (noch) nicht gelesen, wie die Umsetzung von Papier auf Leinwand ist, kann ich daher nicht beurteilen.

Viele alte Bekannte tauchen in "Der Knochenmann" nicht gerade auf. Mit von der Partie ist allerdings wieder Brenners früherer Zivildiener Berti(auch schon bekannt aus den früheren Haas-Verfilmungen "Komm, süßer Tod" und "Silentium"), mittlerweile Tonangeber (oder sich-als-Chef-Benehmer) einer Autoleasingfirma. Brenner hat den undankbaren Job, zahlungsunwillige Automieter des fahrbaren Untersatzes zu entledigen. Und so verschlägt es ihn also aus der Hauptstadt in die österreichische Einöde auf der Suche nach einem Herrn, der seine Raten nicht bezahlt hat. Und eigentlich nur, weil dem Brenner die Kellnerin im Gasthaus, wo er den Typ sucht, so gut gefällt, schlittert er natürlich wieder ins Chaos hinein ...

Soviel zur Handlung.

Hader spielt den Brenner, der auch in diesem Film in seinem Leben irgendwie nix weiterbringt, gewohnt souverän - der Mann bringt diese chronische Melancholie, Perspektivenlosigkeit und dieses gewisse "mir is eigentlich eh olles wurscht" einfach genau dosiert rüber. Die Situationskomik ist gelegentlich absehbar, kann sich zum größten Teil aber wirklich sehen lassen. Die Dialoge sind gewohnt göttlich, mehr kann man dazu nicht sagen ("So vü kennan Sie mir ned zahln, wie Sie deppad san!"/"Mei Lebn is schon lustig gnuag"/...).

Was sicherlich anders ist als in den vorangegangenen Filmen, ist die Tatsache, daß sich Brenner diesmal nicht mit einer ganzen Institution anlegt, sondern mit einem einzigen Mensch und seinen Abgründen zu tun hat. Diese Abgründe sind im Übrigen ziemlich finster und blutig: "Der Knochenmann" ist sicher nicht uneingeschränkt für Menschen zu empfehlen, denen leicht graust (ich sehe Backhendl im Moment selber noch ein wenig schräg an, muß ich gestehen. Von Gulasch ganz zu schweigen).
Als Landei bin ich sicherlich qualifiziert, festzustellen, daß die Inszenierung des Winz-Kaffs Klöch, wo sich alles abspielt, sehr brauchbar war. Scheiß-Wetter, ungute Straßen, nicht gerade die malerischste Umgebung, Leute, die "den Stadtmenschen" nicht gerade mit offenen Armen entgegenlaufen. Die Charaktere sind nicht unbedingt bestechend originell, aber eindringlich, glaubhaft und solide gespielt (v.a. Josef Bierbichler, der Gastwirt, ist ein Wahnsinn!), die Handlung ist schlüssig, das Ende skurril-komisch-tragisch mit einem Twist, den ich wirklich sehr genossen habe.

Alles in allem großartig. War den Eintritt wirklich wert!

Für mehr zum Film: klücken...

Donnerstag, 8. Januar 2009

Willkommen bei den Sch'tis (SPOILER)

willkommen-bei-den-schtis

Ein wirklich, wirklich netter Film, angesehen auf Empfehlung der besten Mitbewohnerin der Welt.
Hatte zuvor nichts drüber gehört oder gesehen und war relativ skeptisch, wurde aber äußerst positiv überrascht.

Ein paar Worte zur Handlung, bevor ich euch meine Meinung aufs Aug drücke:
Der französische Postbote Philippe arbeitet seit Jahren darauf hin, endlich an die Cote d'Azur versetzt zu werden, aber seine bisherigen Versetzungsgesuch wurden allesamt abgelehnt, weil ihm Behinderte für die heiß umkämpften Posten vorgezogen wurden. Phillipes Ehe hat unter seinem Worcaholic-Dasein gelitten, das einzige, was ihn noch mit seiner Frau eint, ist der kleine gemeinsame Sohn und der Wunsch, möglichst weit in den Süden zu ziehen.
Mit "es wird schon keiner merken"-Mentalität faßt Phillipe einen Entschluß - er muß in den Süden versetzt werden, sich selbst, seiner Frau und seiner Ehe zuliebe. Bei seinem nächsten Versetzungsgesuch gibt er sich also als Behinderter aus ... und beinahe geht der Schwindel auch durch.
Beinahe ... nachdem die Chefetage ihn aufgedeckt hat (in der Szene sieht man das Übel schon kommen ... einfach genial!), gibt es nur eine Möglichkeit, wie Phillipe seinen Job überhaupt behalten kann ... er muß sich einer Strafversetzung hunderte Kilometer entfernt in den allertiefsten Norden Frankreichs fügen. Seine Familie, die vor Ort bleibt, ist überzeugt davon, daß ihn da oben die Hölle erwartet, und auch Phillipe schwant Böses.
Nach Anfangsschwierigkeiten stellt er jedoch schnell fest, daß die Bewohner des winzigen Nestes, dessen Postfiliale er nun leiten muß, zwar einen unfaßbaren Dialekt sprechen, aber ansonsten, wenn auch etwas eigen, sehr, sehr nett sind.
Seine Frau will davon allerdings nichts hören, sie glaubt, daß Phillipe sie in den Telefonaten anlügt, um sie nicht mit seiner schrecklichen Situation in "der Hölle im Norden" zu belasten ... und um des lieben Friedens Willen gibt er es dann auch irgendwann auf, die Wahrheit erzählen zu wollen und tischt Lügenmärchen über sein Leben bei den Sch'tis auf. Klar, daß da irgendwann Chaos pur rauskommen muß.

Das "Sch'ti" gibt es tatsächlich, es handelt sich dabei um einen wirklich erschütternden französischen Dialekt - und in Wirklichkeit ist das zentrale Thema des Films auch Wortwitz in jedweder Form. "Willkommen bei den Sch'tis" ist eine charmante und interessante Komödie, mit genug Tiefgang um ein bißchen Denkanstöße über die eigenen Vorurteile zu geben, aber mit genug Klamauk und ganz natürlich wirkendem Schmäh, um nicht mit erhobenem Zeigefinger gesellschaftliche Probleme anzuprangern.

Fazit: Geheimtip! Absolut empfehlenswertes und erfrischendes Feel-Good-Movie!

Donnerstag, 31. Juli 2008

Akte X - Jenseits der Wahrheit (SPOILER)

akte-x

Tja, ich gestehe, ich hab den 1. Teil nicht gesehen (nicht aus fehlendem Interesse, sondern weil verpaßt). Hase hat mich kurz, bevor wir im Kino ankamen, drüber aufgeklärt, daß es ein ziemlich abgedrehter Film war. Das, zusammen mit dem, was ich von der Serie wußte (die ich immer gern gesehen hab, auch, wenn's meistens aufgrund Mutterns Machtwort "Das ist nix für dich" schier unmöglich war) ergab, daß ich mich innerlich auf sehr viel Merkwürdiges einstellte.

Und dann? Irgendwie war sehr lange nix ... oder, es wurde viel Vorarbeit für die Geschichte geleistet, so könnte man's auch sagen. Während sich der Plot immer weiter in verschneite und einsame Teile der amerikanischen Pampa und auch in den einen oder anderen menschlichen Abgrund schraubte und dann doch allmählich spannender wurde, fehlte mir das Unerklärliche weiterhin.
Die war Handlung an und für sich nicht übel, aber wo isses denn, dieses Mystery-Gefühl? Und die Wahrheit, irgendwo da draußen oder wo auch immer?

Ja, für die eingefleischten Fans gibts ein paar witzige/unerwartete Dinge (die mir auch gedaugt haben, muß ich ehrlich zugeben). Zum Bsp. kommts endlich, endlich, ENDLICH zu DEM Kuß (9 Staffeln lang nix ... das hält ja keiner aus). Bei dieser Szene ist das Pärchen neben uns in verhaltenen Jubel ausgebrochen.

Unterm Strich:
Für einen Thriller gut. Für Akte X fehlt mir da doch was ... Ja, es ist zugegebenermaßen schon ziemlich ungewöhnlich, einen Kopf auf einen anderen Körper transplantieren zu wollen. Aber trotzdem. Es war mir irgendwie zu ... weltlich, und ein bißchen zu platt.
Ansonsten: Schauspielerisch solide, handlungsmäßig in Ordnung und kameratechnisch eigentlich auch ziemlich lässig ... da waren einige Einstellungen, die mich begeistert haben, zum einen von den Akteuren, zum anderen von der winterlichen Landschaft, bei deren Anblick einem, trotz eigentlichem Sommer, im Kinosessel gefröstelt hat.

(Irgendwie weiß ich vor allem letzteres erst seit unseren Filmdreharbeiten letztes Jahr zu schätzen ...)

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Ein bunter Mix aus Sanitätergedanken, Studentenqualen, zuwenig Schlaf, drei Jobs und einem zum Teil etwas wirren Privatleben. Lesen auf eigene Gefahr. Dass Beiträge immer verständlich und klar formuliert sind, wird hier nicht garantiert.

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Disclaimer

Eh klar. Alles erstunken und erlogen. Keine Ähnlichkeiten zu wem auch immer, egal ob lebend, tot, fiktional. Und mich gibt's in Wirklichkeit auch nicht.

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