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arbeit aller art

Mittwoch, 9. September 2009

Die Heimhilfe und ich

"Grüßgott, gut, daß Sie da sind, sein Zucker ist so hoch!"

'Er' ist 65, schwer dement, bettlägrig und mit viel gutem Zureden fähig, sich ein bißchen auf die linke oder rechte Seite zu drehen. Also eindeutig nicht in der Lage, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen.

"Wie hoch war er denn?"
"Über 300!"
(Anmerkung: normal sind 80 - 120 mg/dl)
"Ist er insulinpflichtig?"
"Ja."
"Hat er das Insulin schon bekommen?"
"Nein."

Erhobene Augenbrauen unsererseits.

"Äh ... warum nicht?"
"Naja, ich hab mich nicht getraut, das Insulin zu geben, weil der Zucker so hoch war. Sonst kann ja da weiß Gott was passieren."

(Ja. Zum Beispiel, daß der Zucker wieder runtergeht *kopf->tischplatte*.)

Donnerstag, 13. August 2009

Fazit

... aus einigen der letzten RTW-Dienste:

- Nur, weil man Fieber hat, stirbt man nicht. Was ist nur aus den guten alten Hausmitteln, wie "Essigpatscherl" geworden? Und aus "viel trinken, hinlegen, auskurieren"?

- Es wirkt etwas zweifelhaft, wenn frau mit einer Risikoschwangerschaft das Krankenhaus nach der Farbe des Kreißsaals auswählt.

- Ein Blutdruck von 144 systolisch ist eine Spur zu hoch.
Der Patient hatte üblicherweise einen Druck von 138 und panikte bei dem Anblick der um 6 (!!!!) mm Hg erhöhten Anzeige derart, daß er sofort wegen Bluthochdruck die Rettung verständigte.
*nocomment*

- Wenn man einen Viertelliter Eiswasser trinkt, bekommt man Bauchschmerzen. Das ist einfach so.

- "Meine Frau hat sich den Verband, der gestern im Krankenhaus angelegt wurde, runtergerissen."
"Hat sie sonst irgendwelche Probleme? Akute Probleme?"
"Nein. Aber das ist halt blöd mit dem Verband."
"Ja, schon. Aber Sie wissen auch, daß 144 eine Notrufnummer ist, gedacht für Menschen mit starken Schmerzen oder lebensbedrohlichen Verletzungen und dergleichen?"
"Ja, aber bei den anderen wartet man oft so lange. Ich ruf immer 144. Die sind so schnell da."
Informationsversuch fehlgeschlagen.

- Nicht jeder, der hustet, ist verkühlt!

- Mit dem 15 kg schweren RTW-Rucksack umgeschnallt eine wirklich steile, unwegsame Böschung in einem Wald hinunterkraxeln ist, als hätte man sich einen Blauwal auf den Rücken gebunden. Ergo: Nicht empfehlenswert.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Diagnosefindung

Patientin Mitte 40, nicht super gepflegt aber auch nicht völlig abgefuckt (wenn auch eindeutig am unteren Ende der Skala) sitzt in der U-Bahn-Haltestelle und ist nach Angaben ihres Gatten an diesem Tag schon mehrmals kollabiert.

"Einfach so", sagt er. "Einfach so. 'Platsch' is sie dog'legn."
Inzwischen ist die Dame aber schon wieder recht fit, sitzt zwar noch auf dem Boden, spricht aber ganz normal und unterhält sich auch rege und laut mit den umstehenden Gaffern.
"Danke! Kriegst du Tschokolad von mir als danke! Kommst du morgen wieder da her!" ruft sie mit schwer zu deutendem Akzent (Bulgarien?) dem jungen Mann nach, der uns gerufen hat und der sich jetzt schleunigst davonmacht.

Die Anamnese könnte frustraner kaum sein. Keine bekannten Vorerkrankungen, aber dafür das Gefühl, daß da irgendwas im Busch ist.

"Was haben Sie denn gemacht, bevor Sie umgefallen sind?" frage ich.
"Mein Mann hat mir gegeben Zigarette."
Kurzer Blick zwischen Kollege und mir. Zigarette, soso.
"Eine ganz normale Zigarette oder die Special-Ausführung?" hake ich nach.
"A gonz a normaaale", sagt nun er mit einer extra beschwichtigenden Handbewegung. Jedes einzelne "a" tröpfelt ihm nervtötend langsam aus der Nase.
Sie dreht sich herum und schreit ihn im Brustton der Überzeugung an: "DU LUUUGST! Warum lugst du?" Zu uns: "Hat er mir gegeben Marihuana!"

Hirn an Mund: Nicht lachen!

Montag!

Montage sind ernüchternd. An Montagen funktioniert nichts so, wie es an Mittwochen, Donners- und Freitagen klappt.

Am Montag fahr ich den KTW wie der erste Mensch - ruckelig, zu weit rechts und das lustige Spiel "Wir kreisen die Adresse ein" wird bei jedem Patienten gespielt, von denen montags übrigens viel mehr als sonst unausstehlich sind (O-Ton heute: "Nein, mit dem Auto fahr ich nicht mit, das ist zu groß." ????). Kein Randstein ist vor mir sicher. Parallel einparken geht nur unter Aufbietung aller Geduld. Der Zivi, egal wie gut er sonst ist, ist am Montag zu nichts zu gebrauchen. Und man kann sich sicher sein, daß man tanken muß.

Nein, ich bin kein Montagsmensch.

Gottseidank ist morgen Dienstag.(Und RTW!)

Dienstag, 23. Juni 2009

Halbzeit

Erste Hilfe Kurse zu Schulschluß sind mir immer eine besondere Freude.

Die Kinder haben Hummeln im Hintern, die Aufmerksamkeitsspanne ist irgendwo zwischen mies und ****** und ich hinke mit dem Stoff hinterher daß es ärger nicht geht.

Irgendwo ist's trotzdem lustig. Ein paar machen sich ganz gut, und es ist schön, zuzusehen, wenn ihnen bei manchen Fragestellungen ein Licht aufgeht. Oder wie sie in den praktischen Übungen dann doch besser sind, als erwartet. Einige andere möchte ich auf den Mond schießen. Eh wie bei den Erwachsenen im Grunde auch. Halbzeit ist auf alle Fälle. In 2 Tagen ist der Kurs bezwungen :-)

Und ab 1. Juli bin ich wieder hauptberuflicher Sani. Rette sich, wer kann ;-)

Freitag, 16. Januar 2009

Manchmal

fällt es wirklich schwer, die Arbeit im Kopf wegzuklicken, damit ich mich auf den Lernstoff konzentrieren kann. V.a. angesichts der Special-EH-Kurse, die ich im Moment für eine große Firma halte. Der letzte davon neigt sich allmählich dem Ende zu, und je mehr er sich neigt, desto kribbeliger werde ich.

Wird das Feedback gut? Es gab (wie in jedem Kurs) ein paar nicht ganz optimale Momente. Über- oder unterschätze ich die?

Ich hinke mit der Theorie ein wenig hinterher - ich hoffe, das geht sich mit der verbliebenen Zeit irgendwie aus. Wenn viele Zwischenfragen kommen geht mein mühsam ausgetüftelter Zeitplan den Bach runter.

Ich reiße mir sämtliches auf, um einen hochqualitativen Kurs zu bieten. Aber sieht die Firma das genauso? Kriegen wir diese fetten Kurse das nächste Mal auch wieder? Und wenn nicht, bin dann ich schuld?

Und überhaupt...... *aaaaah*. Manchmal, echt. Ich wünschte, mein Hirn hätte einen "Aus"-Schalter.

Freitag, 12. Dezember 2008

Was alles schön ist ...

Man muß sich die schönen Dinge vor Augen halten. Auch, wenn sich manchmal alles gar ned soo super anfühlt.

Hatte heute einen sehr, sehr netten Kurs - Reanimationstraining mit Defi bei einem Betriebsarzt und den 6 Schwestern, die gemeinsam mit ihm für die Notfälle in einer Firma mit über 2000 Angestellten verantwortlich sind. Das war einer der nettesten, angenehmsten Kurse seit langem. Hatte zu Beginn Hemmungen, als "kleiner Sani" vor medizinischem Fachpersonal und insbesondere vor einem Arzt vorzutragen, aber die vielen interessierten Fragen und die ganz ungewohnte Motivation, als es dann ans Üben ging, war wirklich ganz toll. Es war auch angenehm, mal einen etwas anderen Kurs auf sehr hohem Niveau zu halten, in dem man auch gemeinsam mit den Teilnehmern einen für ihren Arbeitsbereich geeigneten Algorhythmus ausarbeiten kann. Super :-)

Donnerstag, 6. November 2008

... and on.

Im Moment arbeite ich mich echt zum Trottel. Seit glaub ich zwei Wochen vergeht kein Tag, an dem ich nicht in irgendeinem Erste-Hilfe Kurs steh, und die nächsten anderthalb Wochen schauts auch nicht anders aus. Erst mit Mitte November wird der Terminplan wieder etwas lockerer, aber Luft zum Atmen hab ich erst wieder ab der 1. Dezemberwoche, wenn ich die Genex-Prüfung geschrieben hab ...

Das Unterrichten macht mir Spaß (zumindest meistens, manche Kursteilnehmer will man auch nehmen und die anderen damit erschlagen ...), aber es zehrt auch an der Substanz ...
Vor allem, wenn man sich redlich anstrengt, nur das Aller-Aller-Wesentlichste zu erzählen, bemüht darum, sich selbst und den Teilnehmern, die manchmal wirklich offenkundig desinteressiert sind, das Leben leichter zu machen ... (noch nie hab ich Diabetes Mellitus in nur 5 Minuten von A bis Z erklärt!) ... und dann kriegt man zu hören:

"Was soll des eigentlich für a Kurs sein, des interessiert ja keinen, des is ja wie a Fortbildung für Krankenschwestern!"

-> Ohrläppchen massieren und "woooozah" murmeln.

Mittwoch, 17. September 2008

Warnung: Frust

Leute san so deppad, so blöd und wirklich so unsagbar dämlich manchmal!

Es gibt Gestalten, die will man einfach nur mit dem Kopf ins Klo hängen und so festtuckern.

Oder sich mit dem MP3-Player zustöpseln und voll aufdrehen, damit man die schiere Dummheit/Gemeinheit, die da aus dem Mund kommt, nicht mitanhören muß.

Oder einfach ausklinken und den Herrschaften mal wirklich an der ungefilterten eigenen Meinung teilhaben lassen.

Vor allem nach letzerem wäre mir heute wirklich gewesen. Aber nein, ich bin brav professionell geblieben und habe versucht, zu erklären, warum wir so handeln wie wir handeln (warum wir kein gratis-Privattaxi sind) und hab den Grant ins Aufräumen meines Schreibtisches kanalisiert.

Und die Moral von der Geschicht?

1) Mit Leuten die grad mitten in ihrer "oh Gott, ich bin soooo arm!!!!" Opferrolle stecken, kann man nicht vernünftig argumentieren. Auch, wenn man einen höflichen Ton beibehält, werden sie untergriffig.

2) Geh bei JEDEM davon aus, daß er in dieser Opferrolle steckt, auch, wenn er auf den ersten Blick nicht den Anschein macht.

3) Ärgere dich nicht, auch wenn's fast unmöglich ist.

Dienstag, 16. September 2008

Heute ...

... war eigentlich der erste, oder allerspätestens der zweite Satz, den ich von jedem Patienten gehört habe "Warum hat das heute so lange gedauert??"
Normalerweise rolle ich bei so einer Äußerung innerlich ein wenig mit den Augen, bevor das Hirn in den automatischen Entschuldigungs-/Erklärungsmodus schaltet (der meist ungehört verhallt). Leider Gottes ist eine Stunde Durchschnittswartezeit auf einen Krankentransport meist üblich und auch, wenn ich die Leute gut verstehen kann (unterm Strich wollen wir ja alle nur rechtzeitig nach Hause ...) - wir tun was wir können, und was nicht schneller geht, geht halt nicht schneller. Punktum.

Heute aber war meine Antwort auf die empörte obige Frage: "Es tut mir leid, ich weiß es nicht."
Ich wußte es wirklich nicht. Alles, was ich weiß, ist, daß wir wie die Irren von einem Transport zum Nächsten gehechelt sind, von 7:00 an. Ich hab heute nicht mitgezählt, wieviele Menschen wir von A nach B gebracht haben (abgesehen davon, daß die Hälfte wie immer mindestens genauso effektiv mit dem Taxi nach Hause gebracht werden hätte können), aber sehr viele haben sehr, sehr, SEHR lange auf uns gewartet. Und ich versteh nicht warum - an uns liegts nicht. Bei sämtlichen anderen Organisationen war's heute nicht anders, wenn man diversen Unkenrufen glauben darf - überall unter einer Wartezeit von 3 Stunden nichts zu machen.

Der Gewinner des "Wer wartet am längsten?"-Pokals war unser letzter Einsatz (der 2., den wir schon freiwillig übernommen hatten, denn eigentlich wär schon Feierabend gewesen ...). Auf uns wartete ein Herr, der eigentlich schon seit 12:30 abholbereit im Spital saß, wie wir über Funk erfuhren ... und dessen Reaktion, als wir gegen 15:50 bei ihm eintrudelten, interessanterweise auch die entspannteste von allen war:
"Ich war jetzt 2 Wochen im Krankenhaus, da kommts auf 3 Stunden mehr oder weniger auch nicht mehr an."

Zum Rauszoomen ...


James Blunt
Out Of My Mind


Nine Inch Nails
The Perfect Drug

Das kleine....

es gibt noch etwas anderes als "Lewin - Genes, 9. Auflage" und "Brock - Biology of Microorganisms" ...



Stephen King
Es

Früher, als das Gras noch grün und die Kühe noch fett waren ...

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Wow ... Schon soviele?

Little Mia is watching you :-) ...

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Zuletzt aktualisiert: 21. Nov, 09:43