arbeit aller art

Donnerstag, 12. Juli 2012

Gedankensalat

Du wartest in deinem Auto an der roten Ampel. Du denkst dir nix böses, dein Kopf ist wahrscheinlich schon bei sämtlichen Sachen, die du heute noch erledigen musst. Puh, die Rotphase dauert heut aber wieder ...

Im Rückspiegel siehst du ein ziemlich großes Auto ziemlich schnell auf dich zukommen.
Einkaufen gehen, die Eltern anrufen, den Urlaub endlich buchen, damit der Haussegen nicht schief hängt.

Das Auto im Rückspiegel wird größer.

Das is ja ein Rowdy, was steigt er so auf's Gas, wenn er doch ohnehin abbremsen muss?

Er bremst aber nicht.
Immer noch nicht.
Wieso bremst der nicht??

In der Sekunde, in der dir klar wird, was als nächstes passieren wird, passiert es auch schon.

Aber diese Sekunde stell ich mir entsetzlich lang vor.





(nein, ich war selbst nicht dort. aber der Anstoß für diesen Eintrag kommt von hier)

Montag, 22. März 2010

Dumme Menschen I

- "Grüßgott, Ihr Pannendienst-Notruf, was kann ich für Sie tun?"
- "Ich steh hier an einer Straße, rechts zeigt ein Schild nach Wien, links geht der Pfeil nach Stockerau. Das Auto springt nicht mehr an, schicken'S mir jemanden!"
- ????? "Wo genau stehen Sie? Ist das eine Autobahn, eine Schnellstraße, eine Bundesstraße...?"
- "DAS HAB ICH IHNEN DOCH GERADE GESAGT! RECHTS geht der Pfeil nach WIEN und LINKS nach STOCKERAU! Und jetzt tun'S gefälligst weiter, es ist heiß und ich hab an Hund im Auto!!"

Schade eigentlich, daß ich nach einer Weile des sinnlos-im-Kreis-Redens draufgekommen bin, daß ich das Gespräch an einen unserer Partner weitervermitteln muß, weil die mit der Abwicklung beauftragt sind und die Dame die falsche Nummer angerufen hat. Ich hätt zu gern gewußt, wie die Geschichte weitergeht.

Samstag, 27. Februar 2010

Wie man es sich mit dem Personalchef verscherzt

Man spaziere in dessen Büro, höflich, nett und wohl erzogen, wie man es eben gelernt hat. Man warte bis man zum Setzen aufgefordert wird und plaudere ein wenig über den Dienstvertrag, bevor man schlußendlich etwas Gekrakel darunter setzt.

Klingt ja an und für sich noch easy-cheesy.

Aber die Frage nach Urlaub generell und kurzfristige Freistellungsmöglichkeit für Auslandseinsätze im Speziellen kann man einfach nicht un-beschissen formulieren. Völlig ausgeschlossen.
Und sogar, wenn ich das je geglaubt hätte, hätte mich der Gesichtsausdruck des Personalers sehr rasch vom Gegenteil überzeugt.



(Das Gespräch als solches war nicht so vernichtend wie es sein hätte können, allerdings mitnichten positiv. Das Auslandsthema ist aber noch nicht vom Tisch ...)

Sonntag, 21. Februar 2010

Und morgen gehts los.

Danke für die Glückwünsche ... :-)

Die Einarbeitungsphase ist, wie erwartet, eine sehr zaaache Angelegenheit. Es gibt noch sehr viel zu beachten, zu kapieren und abzuklären ... wenn mir das alles mal in Fleisch und Blut übergegangen ist, wird die Arbeit sicher ganz interessant (und die Kunden am Telefon werden mir bestimmt die eine oder andere bloggenswerte Stilblüte liefern).

Im Moment ist mir noch etwas Bang vor morgen, denn ab dann werde ich wirklich schon selbständig auf die Menschheit losgelassen - ich sitze jetzt an einer HotLine und darf an dieser die Versicherungsfälle für geschätzte 50.000 verschiedene Versicherungen bearbeiten und abwickeln. D.h. - wenn ihr in der Früh mit dem Auto irgendwo liegenbleibt und eure Notrufnummer anruft, kommt ihr mit einer gar nicht so kleinen Wahrscheinlichkeit bei mir raus. Also, bitte seid lieb! (Oder bringt mich wenigstens zum Lachen!)

Um wenigstens 1x in der Woche das Gefühl zu haben, daß ich etwas mache, das ich kann, rette ich heute noch bis 19:00 Wien und seine Bewohner. Auch das kann very amusing sein, so wie heute der zuständige Doc im echt-wirklich-sehr-pervers-großen Spital, der mich erst einmal 5 Minuten zugetextet hat, daß wir ja eh nur "Sch...." bringen und die Leitstelle ja keine Ahnung hat und nur das Spital zumüllt, um sich am Abend zu ärgern, daß sie für die "echten Notfälle" (wer auch immer die sein mögen) keine Betten mehr bekommen, etc., blabla, yadda yadda.
Als der Dampf abgelassen war, zeigte er auf den Kollegen neben sich, meinte "Erzählen Sie's ihm" und ging.

Mittwoch, 9. September 2009

Die Heimhilfe und ich

"Grüßgott, gut, daß Sie da sind, sein Zucker ist so hoch!"

'Er' ist 65, schwer dement, bettlägrig und mit viel gutem Zureden fähig, sich ein bißchen auf die linke oder rechte Seite zu drehen. Also eindeutig nicht in der Lage, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen.

"Wie hoch war er denn?"
"Über 300!"
(Anmerkung: normal sind 80 - 120 mg/dl)
"Ist er insulinpflichtig?"
"Ja."
"Hat er das Insulin schon bekommen?"
"Nein."

Erhobene Augenbrauen unsererseits.

"Äh ... warum nicht?"
"Naja, ich hab mich nicht getraut, das Insulin zu geben, weil der Zucker so hoch war. Sonst kann ja da weiß Gott was passieren."

(Ja. Zum Beispiel, daß der Zucker wieder runtergeht *kopf->tischplatte*.)

Donnerstag, 13. August 2009

Fazit

... aus einigen der letzten RTW-Dienste:

- Nur, weil man Fieber hat, stirbt man nicht. Was ist nur aus den guten alten Hausmitteln, wie "Essigpatscherl" geworden? Und aus "viel trinken, hinlegen, auskurieren"?

- Es wirkt etwas zweifelhaft, wenn frau mit einer Risikoschwangerschaft das Krankenhaus nach der Farbe des Kreißsaals auswählt.

- Ein Blutdruck von 144 systolisch ist eine Spur zu hoch.
Der Patient hatte üblicherweise einen Druck von 138 und panikte bei dem Anblick der um 6 (!!!!) mm Hg erhöhten Anzeige derart, daß er sofort wegen Bluthochdruck die Rettung verständigte.
*nocomment*

- Wenn man einen Viertelliter Eiswasser trinkt, bekommt man Bauchschmerzen. Das ist einfach so.

- "Meine Frau hat sich den Verband, der gestern im Krankenhaus angelegt wurde, runtergerissen."
"Hat sie sonst irgendwelche Probleme? Akute Probleme?"
"Nein. Aber das ist halt blöd mit dem Verband."
"Ja, schon. Aber Sie wissen auch, daß 144 eine Notrufnummer ist, gedacht für Menschen mit starken Schmerzen oder lebensbedrohlichen Verletzungen und dergleichen?"
"Ja, aber bei den anderen wartet man oft so lange. Ich ruf immer 144. Die sind so schnell da."
Informationsversuch fehlgeschlagen.

- Nicht jeder, der hustet, ist verkühlt!

- Mit dem 15 kg schweren RTW-Rucksack umgeschnallt eine wirklich steile, unwegsame Böschung in einem Wald hinunterkraxeln ist, als hätte man sich einen Blauwal auf den Rücken gebunden. Ergo: Nicht empfehlenswert.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Diagnosefindung

Patientin Mitte 40, nicht super gepflegt aber auch nicht völlig abgefuckt (wenn auch eindeutig am unteren Ende der Skala) sitzt in der U-Bahn-Haltestelle und ist nach Angaben ihres Gatten an diesem Tag schon mehrmals kollabiert.

"Einfach so", sagt er. "Einfach so. 'Platsch' is sie dog'legn."
Inzwischen ist die Dame aber schon wieder recht fit, sitzt zwar noch auf dem Boden, spricht aber ganz normal und unterhält sich auch rege und laut mit den umstehenden Gaffern.
"Danke! Kriegst du Tschokolad von mir als danke! Kommst du morgen wieder da her!" ruft sie mit schwer zu deutendem Akzent (Bulgarien?) dem jungen Mann nach, der uns gerufen hat und der sich jetzt schleunigst davonmacht.

Die Anamnese könnte frustraner kaum sein. Keine bekannten Vorerkrankungen, aber dafür das Gefühl, daß da irgendwas im Busch ist.

"Was haben Sie denn gemacht, bevor Sie umgefallen sind?" frage ich.
"Mein Mann hat mir gegeben Zigarette."
Kurzer Blick zwischen Kollege und mir. Zigarette, soso.
"Eine ganz normale Zigarette oder die Special-Ausführung?" hake ich nach.
"A gonz a normaaale", sagt nun er mit einer extra beschwichtigenden Handbewegung. Jedes einzelne "a" tröpfelt ihm nervtötend langsam aus der Nase.
Sie dreht sich herum und schreit ihn im Brustton der Überzeugung an: "DU LUUUGST! Warum lugst du?" Zu uns: "Hat er mir gegeben Marihuana!"

Hirn an Mund: Nicht lachen!

Montag!

Montage sind ernüchternd. An Montagen funktioniert nichts so, wie es an Mittwochen, Donners- und Freitagen klappt.

Am Montag fahr ich den KTW wie der erste Mensch - ruckelig, zu weit rechts und das lustige Spiel "Wir kreisen die Adresse ein" wird bei jedem Patienten gespielt, von denen montags übrigens viel mehr als sonst unausstehlich sind (O-Ton heute: "Nein, mit dem Auto fahr ich nicht mit, das ist zu groß." ????). Kein Randstein ist vor mir sicher. Parallel einparken geht nur unter Aufbietung aller Geduld. Der Zivi, egal wie gut er sonst ist, ist am Montag zu nichts zu gebrauchen. Und man kann sich sicher sein, daß man tanken muß.

Nein, ich bin kein Montagsmensch.

Gottseidank ist morgen Dienstag.(Und RTW!)

Dienstag, 23. Juni 2009

Halbzeit

Erste Hilfe Kurse zu Schulschluß sind mir immer eine besondere Freude.

Die Kinder haben Hummeln im Hintern, die Aufmerksamkeitsspanne ist irgendwo zwischen mies und ****** und ich hinke mit dem Stoff hinterher daß es ärger nicht geht.

Irgendwo ist's trotzdem lustig. Ein paar machen sich ganz gut, und es ist schön, zuzusehen, wenn ihnen bei manchen Fragestellungen ein Licht aufgeht. Oder wie sie in den praktischen Übungen dann doch besser sind, als erwartet. Einige andere möchte ich auf den Mond schießen. Eh wie bei den Erwachsenen im Grunde auch. Halbzeit ist auf alle Fälle. In 2 Tagen ist der Kurs bezwungen :-)

Und ab 1. Juli bin ich wieder hauptberuflicher Sani. Rette sich, wer kann ;-)

Freitag, 16. Januar 2009

Manchmal

fällt es wirklich schwer, die Arbeit im Kopf wegzuklicken, damit ich mich auf den Lernstoff konzentrieren kann. V.a. angesichts der Special-EH-Kurse, die ich im Moment für eine große Firma halte. Der letzte davon neigt sich allmählich dem Ende zu, und je mehr er sich neigt, desto kribbeliger werde ich.

Wird das Feedback gut? Es gab (wie in jedem Kurs) ein paar nicht ganz optimale Momente. Über- oder unterschätze ich die?

Ich hinke mit der Theorie ein wenig hinterher - ich hoffe, das geht sich mit der verbliebenen Zeit irgendwie aus. Wenn viele Zwischenfragen kommen geht mein mühsam ausgetüftelter Zeitplan den Bach runter.

Ich reiße mir sämtliches auf, um einen hochqualitativen Kurs zu bieten. Aber sieht die Firma das genauso? Kriegen wir diese fetten Kurse das nächste Mal auch wieder? Und wenn nicht, bin dann ich schuld?

Und überhaupt...... *aaaaah*. Manchmal, echt. Ich wünschte, mein Hirn hätte einen "Aus"-Schalter.

About

Ein bunter Mix aus Sanitätergedanken, Studentenqualen, zuwenig Schlaf, drei Jobs und einem zum Teil etwas wirren Privatleben. Lesen auf eigene Gefahr. Dass Beiträge immer verständlich und klar formuliert sind, wird hier nicht garantiert.

Zum Rauszoomen ...


Massive Attack
Paradise Circus



Clara Luzia
Here's To Nemesis

Das kleine....

Früher, als das Gras noch grün und die Kühe noch fett waren ...

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Little Mia is watching :-) ...

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Zuletzt aktualisiert: 28. Jan, 01:32

Disclaimer

Eh klar. Alles erstunken und erlogen. Keine Ähnlichkeiten zu wem auch immer, egal ob lebend, tot, fiktional. Und mich gibt's in Wirklichkeit auch nicht.

... and the Oscar goes to ...
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