Labor-time.
Man pipettiert ... (Die Verlockung ist groß, die 20 µl
Pipette auf 25 µl zu stellen. Nur ein einziges Mal!)
Man rechnet ... (Stellen Sie eine Lösung von 200 ml 5 mM
Tris aus 1 M Tris her ... Sie benötigen 3 ng DNA in Ihrer Probe, wieviel bla bla bla ... Nichts was man nicht bewerkstelligen könnte. Aber nach 8 Stunden des Hirn-um-Moleküle-Schraubens ertappe ich mich dann dabei, daß ich Rechnung wie 1000/1000 in den Taschenrechner tippe. Dann muß man schnell "Clear" drücken und gucken, ob's eh keiner gesehen hat.)
Man rätselt ... ("War die geschnittene DNA über Nacht im Kühlschrank?" - "Ja." - "Sicher?" - "Ich glaub schon." - "Du GLAUBST?")
Man verzweifelt ... (Suchende Blicke auf den
Agarplatten. Wir sehen nix. Kein einziges Kack-Bakterium, wo sie doch dort wuchern sollten wie blöd. Tutor kommt, Tutor schaut, Tutor stellt fest: auch er sieht nix. Daraus folgt: Es ist nix da ....)
Man hängt bis zu den Ellbogen im Labormüll ("Wie, was meinst du damit, das
Eppi mit dem wir-sind-ewig-dran-gesessen-und-hätten-den-Rest-aufheben-sollen-Mix ist nicht mehr da?" -
Deja vu.)
Same shit, different lab.
Trotzdem - man quält sich, steht sich die Beine in den Bauch, riecht zum x-ten Mal den modrigen Geruch von
E. Coli bei der Arbeit, drängt sich mit anderen vor der Feinwaage ... und irgendwie ist es manchmal trotzdem lustig.
m_i_a - 8. Okt, 16:51