fiese tage
"Hey, hab dich ja schon ewig nicht mehr gesehen! Wie geht's?"
Ich hab ein halbfertiges Studium, von dem ich mir an immer häufiger wiederkehrenden Tagen wünsche, ich hätte es nie begonnen. Ich kann mich jetzt auf Anhieb nicht erinnern, wann ich zuletzt mehr als drei Tage am Stück frei hatte, aber Entspannung und soziale Kontakte werden ohnehin überwertet.
Ich habe einen superflexiblen Nebenjob, mit dem ich mir seit Jahren noch etwas zu Stipendium und Kinderbeihilfe dazuverdiene - der aber ab Februar nächsten Jahres, wenn diese beiden staatlichen Unterstützungen wegfallen, nicht ausreichen wird, um die Miete zu zahlen.
Außerdem im Repertoire: ein lädiertes Knie, berufliche Perspektivenlosigkeit und ein Kühlschrank, der entschieden zuwenig Alkohol für meine Stimmungslage beherbergt.
"Danke, mir gehts ganz gut. Und dir?"
Was ich jetzt gern hätte: Mehr Bier. Chips mit Barbecue-Geschmack und den Sauerrahmdip, den mein Bruder immer macht. Und das Großmarkt-750 g-Sackerl Dragee-Keksi.
(Und jemanden, der mir danach den Magen auspumpt.)
m_i_a - 31. Aug, 20:29
Was hätt ich heute Lust zu
sudern ... Halsweh und Kopfweh und Halsweh und Lääääääärnen (noch immer organische Chemie, das $%)"%!!?! Fach von allen!) und überhaupt.
Nämlich vor allem "und überhaupt".
Eine liebe Freundin von mir nennt diesen Zustand "un". Un ist man, wenn einfach gar nix paßt. Wenn die Socken ständig runterrutschen, nichts von dem funktioniert, was man anfaßt, wenn auch ein lieb gemeintes Wort einfach nur nervt, weil es durch den Panzer an miesen Gedanken nicht durchkommt.
Wenn man sich in der eigenen Haut nicht wohlfühlt, das Fernsehprogramm sch... ist und das Radio nur unpassend fröhliche Musik spielt. Zu tun gäb's genug, aber man bringt einfach nix weiter. Wenn die Jeans, die gestern noch gepaßt haben, heute einfach nicht richtig sitzen, das Lieblingsshirt in der Wäsche ist und die Motivation, irgendwas zu tun, im Keller. Wenn man einfach nur schreiend im Kreis laufen oder einem zufällig über den Weg laufende Menschen beleidigen will, weil man findet, daß Trägerinnen von Stöckelschuhen mit den Dingern gehen können sollten, wenn sie sie schon anziehen. Oder Herren der Schöpfung die in proletoidester Sitzposition in der U-Bahn hocken, denen möchte ich am liebsten mit den Kopfhörerkabeln, durch die in Preßlufthammerlautstärke in die Gehörgänge gejodelt wird, die Knöchel zusammenbinden, damit sie endlich
gscheid dasitzen und meine ohnehin schon miese Laune nicht noch weiter anfachen.
Auslöser für un sind unbekannt. Meist besteht der Zustand schon beim Aufstehen und dauert den ganzen Tag an.
Die beste Therapie gegen un-Sein ist meiner Meinung nach eine ausgiebige Dusche mit Wohlfühlzeit im Bad - mit extra-Haar-Spülung, Gesichtspackung, Nägellackieren ... und noch mehr von dem ganzen Pi-Pa-Po weswegen Frauen den Ruf, länger im Bad zu brauchen, als Männer, akquiriert haben. Die Seele im übertragenen Sinne streicheln, indem man sich selbst was Gutes tut. Durch die von Peeling und heißen Wasserdampf geöffneten Poren entweicht die schlechte Laune, mit Duschgel vermengt vertschüßt sie sich in den Abfluß und landet in der Kanalisation, wo sie hingehört.
Funktioniert halt leider nur, wenn die Wassertemperatur deutlich über 10 °C liegt und darum fällt dieser Therapieansatz aus schon früher erwähnten Gründen flach. So bin ich vorerst weiterhin verdammt zum un-sein.
m_i_a - 6. Apr, 09:29
Der eine Kollege kommt frisch aus Bali, der andere aus Costa Rica, beide urlaubssonnegebräunt. Nummer drei ist erst vor wenigen Tagen aus Australien zurückgekehrt. Hautfarbe erinnert allerdings eher an frischgekochten Hummer *hrhrhr*. Aber diese kleine Schadenfreude befriedigt nur kurz.
Ganz ehrlich? Ich bin neidisch auf die gute Laune, die anscheinend mit der vermaledeiten Urlaubsbräune/-röte einhergeht. Das ist ein kostbares Souvenir, das einem nur die Zeit nehmen kann ... und das tut sie, unerbittlich. Der Teint verblaßt allmählich ... und mit ihm die Urlaubserinnerungen. Je mehr der Alltag und seine Routine wieder in den Vordergrund rücken, desto bleicher wird die Haut. Aber in dieser Zeitspanne, solange man diese leichte Knusprigkeit mit sich herumträgt, so lange zeigt man wortlos "Mir geht’s gut! Ich war auf Urlaub! Und wie geht’s dir, du bleiches Nachtschattengewächs?"
Positiv denken: Gestern ersten Eisbecher der Saison gegessen und geglaubt, einen Hauch Sommer zu spüren. Und: Eigener Urlaub gebucht. Dauert nur mehr ein bißchen. *seufz*
m_i_a - 29. Mrz, 13:16
Es klingelt.
Snooze.
Es klingelt praktisch sofort wieder.
Snooze.
Es ist eigentlich gar nicht so früh. Der innere Uhr steht aber irgendwo bei 2:30. Die Augenlieder sind über Nacht praktisch zusammengewachsen. Der Körper hat durch sein Gewicht eine Kuhle in die Matraze gedrückt, die perfekt seiner Shilouette entspricht. Keine idealen Voraussetzungen zum Aufstehen.
Aus dem Bett rollen. Blind ins Gewand finden (Augenlider sind noch immer zusammengewachsen). Hirn läuft noch nicht, aber rudimentäre menschliche Triebe übernehmen die Körperfunktionen ... *neanderthalergrunzen* muß .... Bade...zimmer *neanderthalergrunzen*.
Angesichts der aufdringlichen Badezimmerbeleuchtung beginnen sich die Augenlider allmählich voneinander zu lösen. Beim Anblick des Fremden im Spiegel wünscht man sich, dies würde nicht passieren. Blick ins Waschenbecken richten. Wasser zu beobachten, das den Abfluß hinunterrinnt, ist erstaunlich beruhigend.
Und einschläfernd.
Der automatischen Nahrungsaufnahme in der Küche (ich kann mich zwei Stunden später meistens nicht mehr erinnern, was/ob ich überhaupt gefrühstückt habe) folgt das, woran die Geister sich scheiden. Die einen sagen, es ist eh sinnlos, weil man sich in später eh wieder reinlegt, doch ich bin strikter Verfechter davon: es geht ums Bettmachen.
Polster zurechtschütteln und hinlegen.
Decken ausschütteln und hinlegen.
Und da ist es dann: das Schlimmste: die Restwärme spüren, die noch im Bett ist und die einen wie mit Tentakeln wieder hineinziehen will in dieses weiche, kuschlige Gebirge in dem man vor 10 Minuten noch Wälder zersägt hat. Aber: ich widerstehe, breite die Decken über die Matratze und schau, daß ich weiterkomm, aus der Reichweite der Tentakeln.
Aber am liebsten: Mein Gott, nur 5 Minuten. Nur 5 Minuten so tun, als wäre ich noch gar nicht aufgestanden *BauchfleckinsBett*. Und sich in der Restwärme und dem Duft der Bettwäsche suhlen ...
m_i_a - 12. Mrz, 12:26
war mein Spitzenwert gestern abend. 1. Laborwoche vorbei und anstatt wie geplant das Wochenende durchzupauken, damit ich der Schlußprüfung am Freitag ins ungeschminkte, entzündete Auge blicken kann, liege ich im Bett, mit pochendem Kopf und randvollen Nebenhöhlen, weichen Knien und Rückenschmerzen wie ein elendes Häufchen ... nun ja, Elend.
Das, was man in diesem Zustand eben tut, ist fernsehen. Oder man versucht es.
Kein denkender Mensch kann sich länger als 30 Minuten mit diesem Angebot abgeben ohne den Drang zu verspüren, sich zu beißen oder den Kopf gegen die Wand zu schlagen.
ORF1: Schifahren. Was sonst?
ORF2: Feldkircher Faschingsumzug. (Oh. Mein. Gott.)
ATV: Jubiläum! Die 1-milliardste Wiederholung von "Hör mal wer da hämmert!"
RTL: Die 10 größten DSDS-Aufreger ... *ohne Worte*
SAT1: Die immer peinlicher werdende "Schillerstraße".
VOX: irgendein "Wir wandern aus obwohl wir die Landessprache kaum beherrschen, kein Dach über dem Kopf, keinen Job und auch sonst keine Ahnung haben"-Dings
PRO7: eine "Komödie" über 3 weiße, reiche, verwöhnte und deswegen eventuell nicht ganz authentische Möchtegernrapper.
RTLII: Jamie Oliver erklärt alles Wissenwerte über Erbsen und Bohnen.
Kabel1: Sindbads Abenteuer.
Das gibt wirklich Anreiz, schnell wieder auf die Beine zu kommen ...
m_i_a - 15. Feb, 12:57
Kraftraubend. Mutraubend. Durchhaltevermögenraubend.
Egal, wieviel Energie, Selbstbeherrschung und Aufmerksamkeit man manchen Dingen widmet, sie werden einfach nicht weniger anstrengend.
Spagat machen zum Beispiel, während der Spalt sich immer weiter verbreitert und man schon genau weiß, auf welcher Seite man abrutschen wird. Und der Moment, in dem man endgültig den Boden unter den Füßen verliert, wird unschön. Weiß man genau. Man streckt sich trotzdem weiter, obwohl's schon weh tut. Vielleicht passiert ja ein Wunder.
Die Zuschauer bei diesem Kunststück verfolgen den Balanceakt mit mehr oder weniger ausgeprägtem Interesse. Und egal, wie's ausgeht, der ungebetene, frustrierende und dennoch tief treffende Tenor lautet "ich hab's dir ja gesagt".
(ich gebe zu, manche einträge sind nicht dazu da, um aus ihnen schlau zu werden ...)
m_i_a - 2. Feb, 22:15
In 9 Minuten hat mein Laptop endlich fertigkopiert.
Was?
Das Zeug von der alten Festplatte, die ich erst vor einer Woche neu aufgesetzt habe, auf die neue Festplatte, die ich heute abend gekauft und eingebaut habe, alles etwas außerplanmäßig spät, denn: V. riß mich heute um 8.30 mit einem Anruf aus dem Schlaf, der besagte "Du, Mia, ich wollte dir nur sagen, daß heute für deinen Kurs genau 20 Teilnehmer angemeldet sind, und wenn mehr kommen, mußt du sie heimschicken!"
Panik macht sich breit. Wie, Kurs? Heute? Kurs??? Blick ins Gehirn: nein, da steht nix.
Schlußfolgerung: Vergessen, aufzuschreiben.
Fuck. Fuck, fuck, !!!fuck !!!
War zu überrumpelt und verschlafen, um zu heucheln, daß alles paletti wäre, habe V. aufs bösartigste abgewürgt und bin kopfüber in mein Gwand gestürzt, um lediglich Sekunden später zur U-Bahn zu sprinten. Haarscharf ist es sich ausgegangen - 2 Minuten vor Kursbeginn vor Ort.
Dafür: Planung eindeutig dort, wo keine Sonne scheint. Prüfung am Sa. -> Ahnungslosigkeitsfaktor: 7/10 (übel!!!).
Wollte eigentlich heute vormittag gemächlich die neue Festplatte kaufen fahren, einbauen und alles neu installieren, damit ich endlich mit Lernen weitermachen kann (Präsentation auf Platte und so ... darum hat funktionierender Laptop oberste Priorität). Aber - nöööööööö, denn: Mia, hirnlos, vergißt ja einen ganzen EH-Kurs und hat jetzt in Wirklichkeit 2 Tage die für Lernen vorgesehen wären, komplett versch......
Nach dem Kurs zum PC-Zeugshändler meines Vertrauens gestreßt, um dort grad noch die letzte Platte, die sie von der Type, die ich wollte, vorrätig hatten, zu erstehen. Dann von 19:00 bis jetzt installiert. SP2, SP3, 1 Mrd. Updates, 20.000 Programme, die ganzen Treiber, bla, bla, yadda. Heute gelernt: 0. In Worten: Null. Niente. Nada. Nüsse. Sagte ich schon: Fuck??! Ich hasse es, wenn meine Pläne den Bach runtergehen.
Der Himmel sei gepriesen, daß es Menschen wie Michi gibt, die mir morgen die ersten drei Stunden des 2. Kurstages abnehmen, sonst hätte ich mir nämlich meinen Arzttermin (auf den ich schon seit 2 Monaten warte) in die Haare schmieren können.
So ... und jetzt, um 2:17, sind endlich die viel zu vielen GB von der alten auf die neuen Platte gewandert. Die Zeitschätzung des Computers lag zu beginn bei 312 Minuten. Der Anblick dieser Zahl war der perfekte Abschluß für diesen Tag.
m_i_a - 27. Jan, 02:07
Schleichend hat sich dieses Gefühl breitgemacht.
Es begann mit einem harmlosen Kettenemail vor ein paar Wochen, betitelt mit den Worten
"25 Zeichen, daß du erwachsen bist". Amüsant zu lesen, wirklich. Und doch auch recht wahrheitsgetreu ...
Dann kam der letzte Montag, das übliche Desperate Housewives Happening, die beste Mitbewohnerin von allen und
Wegus und meine Wenigkeit waren mit von der Partie. Wir ergingen uns in nostalgischen Erinnerungen an die Zeit im Studentenheim, ich grub uralte Videos aus, die ich irgendwann mit der Digicam gemacht hatte und die tiefe Abgründe des Heimlebens zeigen, wir tranken Wein und lachten und jedem von uns fiel noch eine Geschichte "von früher" ein, um eine andere zu toppen ...
Mitbewohner, die vom Fortgehen in der Nacht zuvor so müde waren, daß sie auf dem Weg von ihrem Zimmer zum WC (Luftlinie 3 m) auf der Hälfte des Weges auf dem Sofa einschliefen.
Die großartige Idee, einen Schinken-Käse-Toast in einem Schiebetoaster zuzubereiten, nicht im Plattengrill ...
An 4 von 5 Tagen strandete man abends in irgendeiner Wohnung im Heim, deren Vorräte geplündert wurden. Am 5. Tag war die eigene dran.
Wer ein kleines, tragbares Backrohr hatte, in das gerade mal 2 Baguettes paßten, war allseits geachtet. War das Röhrchen groß genug für eine Tiefkühlpizza (auch, wenn man sie in 2 Hälften brechen muß, damit sie reinpaßt), war man der King.
Nicht zu vergessen: etliche Heimfeste, deren Duftschwaden sich noch Tage nach der Festivität in sämtlichen Stockwerken breitmachten. Oder auch die Polizei, die regelmäßigen bei selbigen Festivitäten vorbeischaute und Strafmandate austeilte. Alle Anwesenden legten zusammen, bezahlten und der Strafzettel wurde eingerahmt und rituell gut sichtbar aufgehängt.
Freundschaften haben sich dort geformt, von denen alle dachten, sie würden mindestens ewig halten. Ewig war dann leider irgendwie doch nicht so lange wie erwartet.
Schade, daß all das vorbei ist. Und irgendwie auch nicht. Aber dann doch ein wenig.
m_i_a - 22. Jan, 10:50
Hehre Ziele waren das, mit um 6.30 aufstehen. Hat ned ganz geklappt ... 2 h (!!!) weitergesnoozt. Neuer Rekord... :-//
Tapferes Zurückringen div. Wehwehchen, ab an den Schreibtisch. Die Molekulargenetik ruft nicht mehr nur, sie brüllt geradezu. Watt mutt, datt mutt.
1. Zwischenzeit: 13:00 ... Ich laufe heute eindeutig nicht auf 100%, warum auch immer ... dementsprechend zaaach geht's voran. 1 Kapitel geschafft, 3 noch vor mir.
14:11 ... Wie durch ein Wunder: 2/4. Möchte um 16:00 mit allem fertig sein, vielleicht geht sichs tatsächlich aus ...
Bin allerdings schon wieder am Rande des Wahnsinns:
Methylierung von Lysin9 hemmt Phosphorylierung von Serin10 und damit Bindung von Protein HP1.
Phosphorylierung von Serin10 hemmt Methylierung von Lysin9 und fördert aber Acetylierung von Lysin9 und 14.
Methylierung von Lysin20 fördert Acetylierung von Lysin16 und somit auch die Phosphorylierung von Histidin18 und die Phosphorylierung von Histidin18 hemmt wiederum die Methylierung von Lysin20.
*nervöseMuskelzuckungenunterdrückenmuß*
16:00 ... naja, ganz fertig bin ich nicht, aber es war ein brauchbarerer Tag als es in der Früh den Anschein erweckte. Konzentration = mittlerweile 0.
Wehwehchen des Vormittags sind leider hartnäckig, werde jedoch weiterhin gekonnt ignorieren.
Jetzt geht's mal mit
Britta zum IKEA - DER Lichtblick des heutigen Tages.
m_i_a - 13. Jan, 12:47
... in größeren Mengen zur Aufmunterung zu essen, empfiehlt sich nicht. Davon wird einem unweigerlich schlecht.
Gut war's trotzdem :-)
Wieder ein EH-Kurs abgeschlossen (Feeback war gut!) und jetzt, nachdem ich mir einen Nachmittag lang den Mund fransig geredet habe über Vergiftungen und andere Grausligkeiten werd ich mir noch bis in etlichen Stunden Genex reinzwingen, das von Seite zu Seite unverständlicher wird. Die Motivation hält sich in Grenzen, aber ... watt mutt, datt mutt.
m_i_a - 2. Dez, 19:35