im auftrag eurer eiligkeit

Montag, 2. November 2009

Vorsicht - PHTLS (= Rettungsdienst Bla-Bla)

Nur, falls es jemanden interessiert, wie das bei denjenigen welchen, deren Kurs ich besuche, gelehrt wird. Außerdem: vielleicht eine nette Zusammenfassung für jemanden, der danach sucht. Und für mich eine gute Übung, das alles mal halbwegs brauchbar zusammenzuschreiben):

A - Airway
- Fixierung der HWS durch Helfer 1
- Atemwege werden geprüft, gegebenenfalls Obstruktionen entfernt (Magillzange, Absaugen - auch unter Zuhilfenahme des Laryngoskops - unter Sicht)
- Freihalten der Atemwege dr. Helfer 1 (Güdeltubus, Esmarch-Handgriff)

B - Breathing
- Hochdosiert Sauerstoff über Maske dr. Helfer 2
- Helfer 1 die Atemfrequenz auszählen und weiterhin Atmung überwachen lassen (< 12, > 30 -> assistierte/kontrollierte Beatmung)
- Liegt die Luftröhre medial? (Nein -> V.a. Pneu!)
- Sind die Halsvenen gestaut? (Ja -> Einflußstauung ins Herz, ev. durch Herzbeuteltamponade, Pneu, ...)
- Thorax freilegen und begutachten, Stabilität dr. Druck von oben und von der Seite prüfen (Serienrippenfraktur -> möglicherweise Pneu!)
- Thorax auskultieren (einseitig abgeschwächte oder fehlende Atemgeräusche -> V.a. auf Pneu!)
- Sauerstoffsättigung (eventuell)

C - Circulation
- Sichtbare Blutungen dr. Helfer 2 stillen lassen
- Radialispuls tasten (tastbar: RR über 60-80 mm Hg systolisch, beachte außerdem auch Pulsqualität und Rhythmus.)
- Recap-Zeit (am Daumenballen) prüfen
- Hautfärbung, Schweißig?
- Palpation von Abdomen, Becken, Oberschenkel

Nun wird der Patient anhand der bereits vorliegenden Parameter als kritisch oder nicht kritisch eingestuft:
Kritisch bedeutet:
* A-Problem
* instabiler Thorax/einseitig abgeschwächte oder fehlende Atemgeräusche
* Miese Atemfrequenz (< 12, > 30)
* Kein Radialispuls tastbar
* Abwehrspannung im Abdomen
* Bruch großer Röhrenknochen (Oberschenkel)
* Bewußtseinseintrübung, GCS kleiner gleich 13
* Störung von Motorik/Sensibilität an den Extremitäten

Ist der Patient kritisch, wird er flottestens mittels Spineboard in den RTW verbracht. D und E, sowie weitere Maßnahmen (Zugang, Infusion, ...) werden während des Transports durchgeführt.

Ist der Patient nicht kritisch, kann er auch mittels Schaufeltrage und Vakuummatratze versorgt werden. D und E können noch vor Ort durchgeführt werden:

D - Disability
- Pupillencheck (Differenz -> V. a. SHT)
- GCS
- MDS aller Extremitäten

E - Exposure
- Entkleiden des Patienten für gründlicheren Bodycheck inkl. Arme, Kopf, Unterschenkel
- Sind weitere Verletzungen sichtbar?
- Wärmeerhalt

Montag, 28. September 2009

Wie es sein hätte können

Berufungsursache: Brustschmerz.

Kann jetzt grundsätzlich mal alles sein. Von angeknackster Rippe wegen "gestern im Badezimmer ausgerutscht" über Lungenembolie bis hin zur von mir bis auf Blut verhaßten Intercostalneuralgie. Was das dann wirklich ist, kommt über die Alarmierung oft nicht genau raus... siehe auch Stille Post ;-) .

Der gedrillte Rettungsmensch (und zumeist auch der Laie) denkt aber bei "Brustschmerz" an ... na? Genau.

So stapfen wir also, bepackt mit EKG, Sauerstoff, Rucksack, ... die Stiegen hinauf. Die Gattin des Patienten erwartet uns völlig aufgelöst in der Wohnungstür und bringt uns zu ihrem Mann, ca. 65, der kaltschweißig und nervös bis ängstlich auf der Couch liegt. Er hat Probleme zu sprechen, schnappt immer wieder nach Luft und klagt über einen stechenden Schmerz in der Brust, der in die linke Schulter ausstrahlt. Er hat das schon seit einigen Stunden, aber vorher war's nicht so schlimm, jetzt erst, als er die Stiegen zur Wohnung hochgegangen ist, ist das so tragisch geworden. Jetzt hat er Probleme beim Atmen und große Angst, die ihm gemeinsam mit dem Schmerz die Kehle zuschnürt. Außerdem wird ihm auch allmählich übel.
Die Gattin verliert zunehmend die Nerven, fragt immer wieder dazwischen, ob ihr Mann jetzt sterben wird, und ob sie irgend etwas tun kann um uns zu helfen. Versuche, sie zu beruhigen, wirken immer nur kurzfristig.

Das NEF mit unserem Notarzt drin trifft ein paar Minuten nach uns (dem RTW) ein. Man verfrachtet den Patienten ins Rettungsauto, die Gattin hastet, mühsam um Fassung bemüht, durch die Wohnung, um Sachen fürs Spital zusammenzusuchen und sich damit irgendwie davon abzulenken, wie es um ihren Mann steht, der Doktor beäugt das EKG, stellt einen Batzen-Infarkt fest, sticht einen Zugang und spritzt Diverses. Dann geht’s mit viel Licht und unter Reanimationsbereitschaft ins Spital.

So hätt's auch sein können. War's aber nicht. *rewind*

... stapften, bepackt mit EKG, Sauerstoff, Rucksack, ... die Stiegen hinauf.
Die Gattin, etwas angespannt, aber sehr besonnen, führt uns ins Wohnzimmer und ... da steht schon ein EKG auf dem Couchtisch. Und einige leere Ampullen. Und eine mittelalte Dame ist auch dort, die aufspringt, uns die Hand entgegenstreckt und sich mit einem Affentempo vorstellt.
"Grüßgott, ich bin Dr. X, ich bin die Hausärztin vom Herrn Y und Chefärztin auf der Kardiologie im Ziemlich-Arg-Großen-Spital-um-die-Ecke."
Dr. X dreht sich um und zeigt auf einen Mann ihres Alters, der sich bisher ruhig hinter ihr in einer Zimmerecke gehalten hat und der bis dahin eigentlich keinem aufgefallen war.
"Das ist mein Mann, er ist Anästhesist im andern-fast-so-großen-Krankenhaus."

Und dann beginnt sie, zu erzählen. Daß sie von der Frau Y (übrigens ein Musterbeispiel an Zurückhaltung und minimaler Hysterie) angerufen worden ist, weils dem Gatten nicht gut ging. Unklare Brustschmerzen seit dem Morgen, jetzt immer schlimmer geworden, usw. (siehe oben).
Also packt Frau Doktor ihren eigenen Gatten, fährt zum Ort des Geschehens, diagnostiziert dort noch vor unserem Eintreffen mittels eigenem, schmucken, kleinem EKG den Batzen-Herzinfarkt und beginnt gleich mit Therapie - sie spritzt das eine oder andere Mittelchen fürs Herz, ihr Mann checkt die medikamentöse Beruhigung des Patienten.

Und so übernahmen wir einen perfekt antherapierten, quasi völlig beschwerdefreien Patienten (das 2. EKG, kurz vor Abfahrt geschrieben, war um Häuser besser als das erste) und brachten ihn ins Krankenhaus.

Bitteschön, man verstehe mich richtig: Bei solchen Fällen – plötzlich auftretende Beschwerden, bei denen man das Gefühl hat, daß da ein Notfall dahintersteckt – gehört sich eigentlich als erstes der Anruf bei der Rettung, nicht beim Hausarzt.
Trotzdem schauts so aus, daß viele Leute sich zuerst beim Arzt ihres Vertrauens melden und mal nachfragen, was denn das sein kann und was man denn da machen könnte. Ich hab leider auch schon Hausärzte erlebt, die sich dann nicht mit Ruhm bekleckert haben.

Schön, zu sehen, daß es auch den Idealzustand gibt, wo das Zusammenspiel niedergelassener Doktor – Rettung super funktioniert. Das gehört auch mal gesagt, aller Suderei zum Trotz.

Montag, 13. Juli 2009

Falscher Film?

"Tu da nix an wegen dem Kameltreiber."
"Na, dann verblutet er halt."
"Das nächste Mal mußt du richtig schneiden. Der Länge nach."

Was soll man dazu sagen?
Am allerliebsten: "Runter vom Gas und Klappe halten!"
Problem: Mit etwas Pech hat man dann eine Anzeige wegen Beamtenbeleidigung am Hals.




Nein, nicht alle sind so. Ehrlich nicht. Aber diejenigen welchen fallen dafür umso stärker auf.

Dienstag, 7. Juli 2009

Für alles gibt es ein erstes Mal

So auch für die Kategorie: Wenn Patienten versuchen, den Sani zu beißen.

Geglückt ist es der alten Dame nicht (ich war dann doch stärker), aber sie hat sich redlich bemüht.

(Daß jemand so partout nicht aus dem Spital weg will, ist mir auch noch nie passiert).

Montag, 9. März 2009

Weinen oder Lachen?

4 Damen.

Eine tunkt immer wieder den linken kleinen Finger in ein kleines Gläschen mit Orangensaft, um den dranhängenden Tropfen sorgfältig auf ein auf dem Tisch liegendes Papiertaschentuch zu tupfen. Mehr als die Hälfte hat sie auf diese Weise schon perfekt auf die hölzerne Tischplatte gepappt, ohne einen einzigen weißen Fleck im orangensaftgetränkten Teil.

Ihr Gegenüber ist auf seine Aufgabe ebenfalls sehr konzentriert: sorgfältig und hingebungsvoll rührt eine andere ältere Dame einen Löffelvoll undefinierbaren Brei nach dem anderen in die neben dem Teller stehende Kaffeetasse.

Eine andere läßt immer wieder Einblicke in ihre eigene kleine Welt zu: "Sie müssen die Bauchhüre schurzen. Verstehen Sie? Das Trumm ist so groß! Aber er, er hat es gesagt. Wenn das Hasenkatzenkroch tut."

Wo gehen wir denn hin? fragt mich die Dame, wegen der ich dort bin.
Zur Kontrolle, sage ich und biete ihr meinen Ellbogen an, in den sie sich mit einem Lächeln einhängt.
Und dann? fragt sie.
Dann fahren wir Sie wieder nach Hause.
Von was?
Von der Kontrolle.
Wir fahren zur Kontrolle?

Freitag, 6. März 2009

best impressions

Berufsinfomesse. Ich war der Informator, nicht der Besucher.

Zusammenfassung nach 2 x 1/2 Tag:

Ärgste Augenverdreh-Aussage (männlich, ca. 17): "Na, Zivildienst? Mach i ned. Ist für Weicheier."

Häufigster "innerer Seufzer"-Wortwechsel: "Ich möchte den Rettungswagen fahren." - "Haben Sie schon Erfahrung als Einsatzlenker?" - "Nein. Aber ich will einfach nur fahren. Am liebsten hauptberuflich." - "Haben Sie schon eine Sanitäterausbildung gemacht?" - "Nein, ich will ja fahren. Mit Blaulicht und so."
Ich hasse, was Fernsehserien mit den Leuten anstellen. Glauben wirklich alle an diese ............ (Unwort der eigenen Wahl einsetzen) "Rettungs"serien wo man von einem Wahnsinn in den nächsten stürzt?

Positiv:
Wesentlich weniger Krocha als letztes Jahr, ergo war das Publikum wesentlich normaler. Oder zumindest wirkte es optisch so.

Montag, 23. Februar 2009

Es zahlt sich aus.

Megacode-Training bringt's wirklich. Die gestrige Reanmiation lief, von meiner Warte aus betrachtet, sehr strukturiert und geordnet ab, wesentlich ruhiger als die letzte. Das lag allerdings sicherlich nicht zuletzt auch am sehr erfahrenen und routinierten Team, mit dem ich unterwegs war. Und an Conny, die uns beim letzten Training vor zwei Wochen wirklich meisterlich drill-sergeant-haft geschunden hat.

(Erfolgreich waren wir leider trotzdem nicht)

Donnerstag, 5. Februar 2009

Stille Post

Irgendwo in der Informationskette hakt's, ich komm nur nicht so recht drauf, wo.
Bei dem, der anruft und in Streß und Panik ungenaue oder falsche Info weitergibt? Bei dem, der's in den Computer reinklopft und der dabei mit wirren Anrufen, der o.g. falschen Info und technischen Tücken kämpft? Oder am System, das versucht, einen Notfall zu automatisieren und möglichst komprimiert weiterzugeben?

Fakt ist, daß die Berufungsursachen, die man im Auto auf's Display kriegt, nie kaum hin und wieder nicht so recht mit der Realität übereinstimmen, was manchmal zu allgemeiner Erleichterung führt ... und manchmal auch zu massiver Erhöhung des Streßpegels innerhalb kürzester Zeit.

Es folgt: Eine kuriose Sammlung aus selbst Erlebtem und Gehörtem (Berufungsdiagnose -> Realität).

Bewußtloser Patient -> ansprechbar, bloß ein bißchen groggy.
Bewußtseinsgetrübter Patient -> Schlaganfall (aber ok, kann man noch irgendwie als richtig durchgehen lassen)
Übelkeit und Erbrechen -> Krampfanfall
Reanimation -> Unterzucker mit folgendem Krampfanfall und absolut nicht wiederbelebungsbedürftig
Erkrankter Patient ohne Notfallsymptome -> Reanimation
Atemstörung -> Krampfanfall (hmm ... ja ... ok, auch irgendwie richtig, aber nur in zweiter Instanz).

... und, die absoluten Highlights:

Verletzt mit Motorsäge -> Kollege des Patienten hat ein Stück Holz mit einer Motorsäge geschnitten, ein Stückchen davon wurde dem Patienten auf die Hand geschleudert, wo es eine ca 2 cm große Wunde am Zeigefinger verursachte.

Plötzliche Bauchschmerzen -> Hausgeburt (die Patientin wußte allerdings bis zum Zeitpunkt, als die Wehen einsetzten, nichts von ihrem Glück und interpretierte ihre Beschwerden ... tja, nun mal als plötzliche Bauchschmerzen).

Irgendwie ist Rettung fahren manchmal, als säße man am Ende eines laaaangen "Stille Post" Spiels.

Freitag, 2. Januar 2009

Gesamt-Score

Leider mittlerweile 2:0 für den Chef.

Der Ersthelfer hat zwar tapfer (wenn auch nicht ganz optimal) reanimiert, aber manchmal hat man einfach keine Chance. Von unserem Arbeitsablauf her war allerdings alles gut, das kann man positiv verbuchen!

Donnerstag, 6. November 2008

Se Wahnsinn goes on ...

RTW Praktikum beendet ... morgen Abschlußgespräch. Man darf gespannt sein - ich hab keine Ahnung mehr, was ich bei diesem ominösen Einstiegstest, der besprochen wird, geschrieben hab, geschweige denn, was davon vielleicht falsch war ...

Highlights aus dem Praktikum waren eindeutig:

- Krampfanfall mit zweifelhaftem Notarzt
- Kniescheiben-Verrenkung deluxe (Noch nie gesehen sowas! Nie! *brrr*!)
- Zuviel Alk infolge eines "Ex oder nie wieder ..." Wett-Trinkens zwischen 15-jährigen (um 4 Uhr nachmittags in einer Schul-Mittagspause an einem Wochentag... - siehe auch letzter Eintrag ;-) )
- V.a. auf Oberschenkelfraktur mit einem schier unmöglichen Stiegenhaus (eh klar, oder?)

Zum Rauszoomen ...


Nine Inch Nails
The Perfect Drug



Nine Inch Nails
Where Is Everybody?

Das kleine....

es gibt noch etwas anderes als "Lewin - Genes, 9. Auflage" und "Brock - Biology of Microorganisms" ...

Früher, als das Gras noch grün und die Kühe noch fett waren ...

November 2009
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Was is das da oben?

Wow ... Schon soviele?

Little Mia is watching you :-) ...

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Zuletzt aktualisiert: 4. Nov, 16:20

... and the Oscar goes to ...
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Das Wort ist mächtiger als das Schwert
die gewisse Grundgröße: 6 m!
die universität macht naturtalente bläd
die wände hoch, die straßen entlang ...
feiertags-wahnsinn
fiese tage
G'schmackig!
gute Idee - schlechte Idee
im auftrag eurer eiligkeit
music makes the world go round
na geh!
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