schön!

Freitag, 3. Oktober 2014

Repeat-1

Ich bin ein Endlosschleifenhörer.

Vielleicht 1x im Quartal gibt ein Lied, das mich packt. Und wenn mich ein Lied packt, dann ist es dran, 24/7... und ich meine nicht ein harmloses "ah ja, das klingt ganz gut, da packen wir mal auf den Ipod", sondern diese völlig frenetische Begeisterung, wenn eine Nummer den Kern in mir trifft. Manche Songs füllen etwas in mir aus, und um vielleicht diese Leere nicht spüren zu müssen, höre ich sie immer, und immer, und immer wieder, bis die Lücke endlich geschlossen ist. 50x hintereinander auch, wenn's beliebt. In leise und laut, als Hintergrundberieselung und ganz bewusst jedes einzelne Wort des Textes. Zum Einschlafen, beim Kochen, beim Laufen, beim Duschen, in der U-Bahn.

Der Text ist nicht immer so der Treffer wie die Melodie - und umgekehrt. Aber egal, welches von beiden den Knopf gedrückt hat, es bewirkt, dass ich mich ein paar Tage lang völlig in der Nummer verlieren kann. Sie wird zu einem beständigen Soundtrack, zu einem Filter, durch den die Umgebung zu mir dringt und durch den ich agiere. Anstrengend ist das, und befriedigend und wunderbar zugleich, wenn da Saiten in mir angeschlagen werden, die sonst still sind, und die einmal wieder mit voller Kraft schwingen dürfen.

http://youtu.be/MBwUPsEZ9i4 (Hybrid Minds - Why)

... ist das aktuelle Lied der Wahl. Es befriedigt mich ungemein. Ich werde es zerhören und mir jedes Stück davon bewahren und mitnehmen.

Und dann tauche ich wieder auf in die normale Welt und nehme am täglichen Hamsterrad teil, gestärkt und entspannt. Bis ich wieder bereit bin für das nächste Lied, oder das nächste Lied für mich. Wer weiß das schon so genau.

Sonntag, 30. März 2014

Über die Physik des Motorradfahrens und die Physik der Gedanken

Mein 18jähriger Hintern ruht auf einer durchgerittenen Chopper, der niedrigsten, die die Fahrschule zu bieten hat. Meine Beine erreichen gerade noch den Boden. Mein Fahrlehrer, nennen wir ihn Pepi, hat sich soeben mit einem für mich nur theoretisch nachvollziehbaren Wechselspiel aus Gas und Kupplung im Slalom zwischen etlichen kleinen, orangen Verkehrshütchen durchgeschlängelt. "Denn", so Pepi, nachdem er seinen Helm hochgeklappt hatte, "am Gas drehen kann jeder Idiot. So langsam zu sein, dass du noch voran kommst, aber dabei die Maschine voll unter Kontrolle zu haben, DAS ist Motorradfahren." Ich mochte Pepi nicht wirklich - er war mir zu erwachsen, zu abgeklärt, zu distanziert. Rückblickend betrachtet war jedoch er der Fahrlehrer, von dem ich sicherlich am meisten gelernt habe.

Die Physik des Motorradfahrens ist ohnehin etwas, das man nur durchdenken sollte, wenn man gerade NICHT auf einer Maschine sitzt. Dass man, in einer Kurve liegend, eigentlich nur aufgrund der Haftreibung einer Fläche, die kaum größer ist als 2 Handflächen eines Erwachsenen, nicht ins Grüne katapultiert wird, ist nicht wirklich ein Umstand, der Vetrauen schürt. Zu schnell und du verlierst die Kontrolle. Zu langsam und du kippst.

Weniger aufgrund von Lustmangel denn aus Geldmangel bin ich seit geraumer Zeit nicht mehr selbst auf einem motorisierten Zweirad gefahren, aber Mr. Potassium und Mrs. Potassium (geborene Xylocaine) nehmen mich immer wieder einmal mit auf eine Tour. So sitze ich dann auf dem Sozius, schwelge im Fahrgefühl ohne mich konzentrieren zu müssen, und genieße den Ausblick.

Bewaldete Hügel, aus denen sich Kirchturmspitzen hervorrecken. Vorbei an augenscheinlich zufriedenen, mit Schlamm bespritzten Kühen die auf einer grünen Weide wiederkäuen, vorbei an Buschwindröschen, Veilchen, Primeln, Schneeglöckchen, blühenden Kirschbäumen unter einem absurd blauen Himmel. Durch Ortschaften, in denen schon so lange kein Bus mehr fährt, dass die Haltestellenschilder als solche kaum mehr zu erkennen sind und wo nicht das nächste Fastfoodrestaurant beworben wird, sondern "Karls Regenwurmhumus" und das nächste "Stadlfest". Hindurch durch landwirtschaftliche Gerüche, den Duft von frisch geschnittenem Holz, sinnierend über alles Mögliche und Unmögliche.

Die Schattenmuster, die Bäume auf den Helm vor mir malen, sind so schnell wieder fort wie manche Bilder und Gedankenfetzen in meinem Kopf. Ohne Unterbrechung durch Facebook, Handy & Co können die Gedanken schweifen, hemmungslos vom letzten Dienst zu längst eingeschlafenen Volksschulfreundschaften, zu Zukunftsplänen springen.

In bester Laune kommen wir nach einer ausgiebigen Tour die uns bis nach Oberösterreich geführt hat, abends wieder in Wien. Es ist schon dunkel, meine Knie und mein Sitzfleisch protestieren trotz etlicher Pausen vehement gegen das lange Sitzen dieses Tages, wir sind alle etwas durchgefroren, aber ich fühle mich so entspannt und so wohl wie lange nicht mehr.

Unnötig zu erwähnen, dass ich vor über 10 Jahren auf dem Übungsparkplatz alle Hütchen bis auf 2 überfahren, touchiert oder verschoben habe. Und nicht nur das, zu guter Letzt bin ich mitsamt meiner Chopper, im Bestreben, jetzt aber möglichst langsam zu fahren, auch noch einfach umgekippt.

Mein rasendes Inneres aber hat heute gebremst und die geringstmögliche Geschwindigkeit eingenommen, die es benötigt, um nicht umzufallen. Pepi wäre stolz.

Samstag, 28. Dezember 2013

Happy Christmas

oder so.

Um die Weihnachtszeit ist mein Herz manchmal so schwer. Leider weiß ich nicht warum. Ist es die erzwungene Besinnlichkeit? Das einander-unbedingt-liebhaben-um-jeden-Preis? Der erschlagende Konsum, begleitet von Vorweihnachtsstress? Ist es dieses "oh Mann, vergangenes Jahr ist wirklich viel passiert, puh, lass mal durchschnaufen?"

Ich liebe die Menschen, die ich lieben möchte.

Zum Beispiel die, die in Schichten die Handwerker in meiner Wohnung beaufsichtigt haben, während ich in einer anwesenheitspflichtigen Veranstaltung auf der Uni gefangen war (3 Wochen lang. Täglich!)

Zum Beispiel die, die auch an den Feiertagen ihren Dienst versehen, mit mehr oder weniger Motivation, bezahlt oder ehrenamtlich - ich ziehe meinen Hut vor euch!

Oder auch die, die Mühen auf sich nehmen, um mich um mich zu sehen oder zu besuchen. Das reicht von einer 20-minütigen Autofahrt durch 2 oberösterreichische Bezirke bis zu einem 9-stündigen Flug über den Atlantik.

Nicht zu vergessen auch die, die mich in den A**** treten, wenn es vonnöten ist, oder mich mit unangenehmen Wahrheiten konfrontieren, egal in welcher Hinsicht. Auch, wenn ich es nicht hören will, nicht wahrhaben will, dann zu heulen anfange und über Tage unansprechbar bin.

Auch die, die mir die Stange halten, egal, wie lange ich mich nicht gemeldet habe, welchen Stuss ich beim letzten Gespräch verzapft habe oder was ich für einen unendlich miesen, unansprechlichen Tag habe.


Ich danke euch.

Dienstag, 22. Oktober 2013

Weil es gerade alle tun...

... sind hier meine 20 Dinge über mich. You have been warned.

1) Ich bin zu 98% pünktlich und verlässlich bei den Dingen die ich tu. Aber wenn ich zu spät bin, oder etwas verkacke, dann richtig. So richtig mit Inkassobüro oder dergleichen. Halt so, dass es für alle Beteiligten möglichst mühsam ist.

2) Es gibt 2 beste Eissorten auf der Welt: Orange-Stracciatella und Erdnuss.

3) Ich liebe Wäsche waschen. Schmutzige Wäsche in die Maschine stopfen und wohlriechende saubere aufhängen ... wenn sie trocken ist, liebevoll zusammenlegen und einräumen ... das ist wirklich meine Lieblingshausarbeit. Ganz im Gegensatz zu staubsaugen, das ich meide wie der Teufel das Weihwasser, was sich in meiner beeindruckenden Wollmaus-Zucht zeigt.

4) Ich trage ein intensives Konglomerat aus Gefühlen in mir, aber finde kaum den richtigen Weg, sie auszudrücken. Ich kann zeichnen, aber ich schaffe es nicht, Emotion dadurch abzubauen. Das selbe ist es mit Schreiben und Sport, und auch mit Reden. Mir ist oft, als hätte ich keine Worte für das, was in mir vorgeht, was das drüber reden bisweilen schwierig gestaltet. Es gibt nur ganz wenige Menschen, in deren Gegenwart ich das was ich fühle auch so ausdrücken kann wie ich es fühle. Nicht, weil ich mich nicht traue ... sondern weil mir nicht bei jedem die passenden Worte einfallen um es zu artikulieren. Und bevor ich dann stottern muss, lass ich es ganz.

5) Ich mag Wasser nicht, und Tauchen schon gar nicht. Ein beinahe Ertrinkungsunfall als Zwerg dürfte daran schuld sein. Mr. Herzblatt hat es nun aber geschafft, mich immerhin zum Schnorcheln zu bewegen, was mir besser gefallen hat, als ich erwartet hatte und wobei ich tatsächlich nicht gestorben bin. Man wird sehen wohin das führt.

6) Eine 300 g Tafel Schokolade ist definitiv keine Herausforderung für mich. Ebensowenig wie 6 Dosen Energydrink an einem Tag. Über "gesund" sprechen wir ein ander mal.

7) Ich habe alle meine Möbel nur mit einem Hammer und einem Schraubenzieher aufgebaut. Mehr Werkzeug besitze ich nicht. Dass ich das noch nie bitter bereut hätte, behaupte ich an dieser Stelle gar nicht. Wahrscheinlich bin ich auch der letzte Mensch auf dieser Welt der noch einen Röhrenfernseher hat.

8) Ich hatte mein Leben lang eine sehr ungesunde Einstellung zu mir und meinem Körper und insbesondere meinem Gewicht. Es begeistert mich zu fühlen, wie sich das allmählich bessert. Mit fast 30 bin ich jetzt zum ersten Mal so weit dass ich mich selbst mag und ich liebe es :-)

9) Ich bin ein ziemlicher guter Allrounder und Improvisateur. Aber ich habe kein wirklich herausragendes Skill (außer Maschineschreiben, da bin ich mit über 400 fehlerfreien Anschlägen in der Minute echt gut dabei ;-) ).

10) Ich liebe Kinder, möchte aber keine eigenen.

11) Ich schließe automatisch die Augen, wenn ich von Knäckebrot abbeiße (allerdings nur, wenn es wirklich Knäckebrot ist. Bei jeder anderen Nahrungsaufnahme bleiben meine Augen offen. Wahrscheinlich ist das ein Schutzmechanismus wegen herumkatapulierter, extrem gefährlicher und hartkantiger Knäckebrotbrösel).

12) Ich mag "random acts of kindness", zB. wenn der Nachbar Müll vor der Tür stehen hat, den halt mal mit runter nehmen. Oder jemanden an der Kasse im Supermarkt vor lassen. Sowas finde ich sinnvoll und wichtig.

13) Manchmal würde ich gerne weinen, und kann nicht.

14) Wenn ich finde, dass in Romanen Kapitel oder Szenen fehlen, schreibe ich sie selbst und stecke die Seiten dann ins Buch, dort wo sie meiner Meinung nach hingehören.

15) Ich wollte mal Postbotin werden, weil ich den Gedanken, Menschen Päckchen zu bringen, auf die sie sich freuen, schön fand. (Mir wurde später klar, dass es auch sowas wie Rechnungen gibt und dass man die eher unschön findet).

16) Es ist mir unmöglich, aus einem Buchgeschäft zu gehen, ohne etwas gekauft zu haben.

17) Ich habe noch keinen Regenschirm länger als eine Saison besessen.

18) Meine Eltern hielten es für eine tolle Idee, mir zunächst mal Hochdeutsch und nicht den Dialekt meiner heimatlichen Einöde beizubringen. Kindergarten war toll.

19) Höckerschwäne sind brutale, gemeingefährliche Tiere, die einem die Zehen abzwicken.

20) Ich kann Dinge wie 6stündige Flugverspätungen, Zugausfälle, kurzfristigste Terminverschiebungen, Autopannen, Hoppalas und Katastrophen aller Art mit stoischer Ruhe hinnehmen. Aber schickt mich nicht zum Zahnarzt. Dort dekompensiere ich.

Donnerstag, 25. Juli 2013

Orientierung

Ich habe mir selbst einen Weg vorbetoniert, seit Jahren schon. Aber hin und wieder sehen manche Abzweigungen nicht schlecht aus. Geradezu verlockend, könnte man sagen. Wie so oft, wenn man wirklich lange auf etwas hinarbeitet, kommt irgendwann der Moment, in dem man sich fragt, ob man das, auf das man seit Jahren hinsteuert wie die Motte aufs Licht, wirklich will. Oder ob man das Ziel nur noch aus Gewohnheit verfolgt, weils immer schon so war. Wie eine totgelebte Ehe.

Wenn ich also meine Pläne über den Haufen schmeiße? Ich könnte was komplett neues machen. Kreativ vielleicht. Schreiben, fotografieren, ... um nur davon zu leben würd's nicht reichen, aber das könnte sich ja auch langsam entwickeln.

Ein anderer Weg führt in Richtung Fitness- und Ernährungstrainer. Hätte ich mir noch vor ein paar Jahren nicht vorstellen können (war ich doch lange der Paradeverfechter von "Sport ist Mord"), aber inzwischen habe ich Freude an Bewegung verschiedenster Art gefunden. Und es macht mir Spaß, auf meine Ernährung zu achten (also meistens zumindest. Heute zum Beispiel nicht so ;-) ).

Oder vielleicht doch Krankenpflege? Die medizinische Ausbildung noch weitertreiben? Oder Polizei, um immerhin bei einer Einsatzorganisation zu bleiben?


Die Ära meines Studiums neigt sich ENDLICH dem Ende zu, und dieses Ende mündet interessanterweise nicht auf eine Autobahn, sondern in einen Kreisverkehr... mit deutlich mehr Ausfahrtsmöglichkeiten als ich dachte und geplant habe. Aber wie so oft wird einem das Finden der Antwort (und der richtigen Ausfahrt) dann doch erleichtert. Mein "Navi" war ein erst kurz zurückliegender Amublanzdienst.

Ich hatte mich beim Aufstehen am Wochenende um 6 (!!!) noch mental gegeißelt, was mich nochmal genau zu dieser Schnapsidee, ehrenamtlich Ambulanzdienst am Wochenende zu leisten, gebracht hatte. Die Schuld versuchte ich gedanklich mehreren Menschen zuzuschieben, aber am Ende war's natürlich eh mein Bier. Zwingt mich ja keiner. Aber Motivation ist anders.

Der Morgen graute, mir auch, Roter Bulle und Kaffee flossen und irgendwann kam dann überraschenderweise die Anordnung des Gesamteinsatzleiters, dass die Mia ihr eigenes Sanitätszelt auf dieser Ambulanz leiten soll.

Über 300 Patienten, eine Packung Zigaretten und 14 Stunden später war wieder klar, dass der eigentlich schon vorbetonierte Weg wirklich die richtige Abzweigung aus dem Kreisverkehr ist. Die anderen sehen nicht schlecht aus ... und vielleicht werden sie in Zukunft irgendwann spruchreif.

Aber für jetzt hab ich mich grad schön eingeordnet und düse los. Mit Gasfuß.

Mittwoch, 15. Mai 2013

This is how I work

Nachdem Madame Smilla von *anders-anziehen* mich darauf gebracht hat (guckstu Blogroll! guckstu!!), kümmere ich mich liebevoll um dieses Stöckchen. Als eher unter- bis durchschnittlich technikaffiner Mensch, der ich nun mal bin, darf man gespannt sein ;-)


Bloggerinnen-Typ:
Unregelmäßig, aber wenn's mich beißt, dann mit Inbrunst. Bedeutet: man hört mich vielleicht für 6 Wochen nicht, aber dann kommen in 3 Tagen 5 Posts. Ha, ist das wundervoll spannend mit mir, was? ;-)


Gerätschaften digital:
Mein Handy (auch liebevoll "Gehirn" genannt) ist ein LG Prada, wegen dem ich permanent verarscht werde ("Haha, du hast ja ein Desginerhandy!" - meine Antwort "Es war verdammt noch mal das billigste Vertragsverlängerungshandy das mein Betreiber zu bieten hatte!!" geht meistens in Blödelei des Gegenübers unter. Darum an dieser Stelle nochmal: ES WAR VERDAMMT NOCHMAL DAS BILLIGSTE ... ach, vergeßt es...

Und mein Augenstern ist ein MacBook Pro, das ich hoffentlich für die nächsten 15 Jahre haben werde, denn ungefähr so lange kann ich mir sicher keinen neuen Laptop leisten ;-)


Gerätschaften analog:
Etwa 5 Collegeblöcke, die mit Uni-Zeugs zugekritzelt werden. Wo es geht, schreib ich digital mit (da irgendwie alle Papier-Unterlagen in meinen Händen früher oder später die Flucht ergreifen. Andre bezeichnen das so hart als "verlieren"). Aber grad in Mathe oder auf Exkursionen geht's nicht ohne Block ;-)


Arbeitsweise: heiteres, immer wieder ausuferndes Multitasking


Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?
Ich würde da jetzt irgendwie sehr gerne was total Cooles schreiben um als der volle Crack dazustehen. Bin ich aber nicht, darum sag ich mal wie's ist: Wikipedia ist ein Segen, ich bin zufrieden mit Google Chrome und meine Bookmarklist zeichnet sich dadurch aus, dass ich weiß, wie lange ich ungefähr scrollen muss, bis ich den Link finde, den ich möchte. Wobei ... bevor ich mir das antu, such ich ihn vorher oft nochmal neu ;-)


Wo sammelst du deine Blogideen?
Die Hälfte geistert in meinem Kopf rum, und versiegt irgendwann weil ich mir immer wieder denke "Ah! Das merk ich mir, das gibt sicher ein tolles Posting!" - aaaaaand it's gone. Die andere Hälfte bleibt hängen und nimmt Gestalt an. Manchmal auch erst Monate nach dem Ereignis ... aber hey, dann ist die Geschichte gut abgelegen und hat einen angenehmen Nachgeschmack :-)
Themenbezogen kommt sicherlich das meiste aus meinem Dasein als Sanitöse. Aber man findet auch immer wieder kleine Exkurse in die 8.011 anderen Sachen, die für mich eine Rolle spielen ;-)

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet
Nur schreiben, wenn man Bock hat. Erzwungenes schreibt sich grausam und liest sich besch*ssen. Wenn die Worte kommen, geht alles ruckizucki :-)


Benutzt du eine To-Do List-App? Welche?
Es gibt To-Do List Apps? Kein Scheiß jetzt?

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät ohne das du nicht leben kannst?
Ich würde leiden ohne Kühlschrank, aber es würde gehen. Ernsthaft, nehmt mir alles, aber nicht das Telefon. Ich wäre administrativ, organisatorisch und überhaupt nervlich am Ende.


Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?
Höflich und respektvoll sein (ich grüße die Kassiererin im Supermarkt und lächle sie an, auch wenn sie dreinschaut als wäre sie auf dem Weg zu elektrischen Stuhl). Wenn Patienten mühsam werden, dauert es wirklich, wirklich, WIRKLICH lange, bis es mich z'reißt.

Und ich kann auch so richtig gut fluchen!! Soviel Herzblut bei Fäkalausdrücken wie bei mir findet man selten.


Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?
Je nach Stimmung oft gar nix ... oder mein aktuelles Soundtrack-Lied. Was das ist, muss ich glaub ich mal in einem späteren Blogposting erzählen, das sprengt hier den Rahmen :-)


Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall?
Ganz klare Eule :-)


Eher introvertiert oder extrovertiert?
Definitiv zum allergrößten Teil extrovertiert. "Goschad", immer auf Achse, manchmal unüberlegt weil zu spontan, ... die introvertierte Seite ist da, kommt aber nur immer wieder mal zum Vorschein.


Wer sollte diese Fragen auch beantworten?
Frau Dr. Chnübli oder Dr. Chaos wären interessant :) Oder auch Herr PotaBlog, der sicherlich zu den technischen Aspekten deutlich mehr zu sagen hat als ich ;-)


Der beste Rat den du je bekommen hast?
Eine falsche Entscheidung, die rechzeitig kommt, ist noch immer besser, als eine richtige Entscheidung, die zu spät kommt.


Noch irgendwas wichtiges?
Das wirklich beste auf der Welt ist Tomaten-Mozzarella Salat mit frischem Basilikum und Olivenbrot. Musste auch mal gesagt werden. Dieses Gericht ist rettungslos unterbewertet.

Freitag, 10. Mai 2013

Dieser Moment wenn...

xxx

... der Patient bei der Übergabe im Krankenhaus dem Arzt urplötzlich etwas von Brustschmerzen erzählt (obwohl du ihn bei der Fahrt hierher 10 Minuten lang deswegen gelöchert hast und die Antwort immer "nein, mir tut nix weh" war).

xxx

... du am Datenfunkterminal das Freitext-Feld öffnest und da steht, dass der Patient ein Kind ist.

xxx

... wenn die Nierentasse noch rechtzeitig zum würgenden Patienten kommt.

xxx

.... wenn der Hypoallmählich wacher wird und dich mit großen Augen anschaut.

xxx

... wenn während der Adenosingabe bei einer SVT die Nullinie am EKG erscheint und der Patient meint, er fühlt sich jetzt grad irgendwie nicht gut.

xxx

... wenn dir dein Patient erzählt, er hätte einen Mikrochip im Hirn und du sollst ihn ins Krankenhaus bringen, damit der entfernt werden kann, sonst kann Big Brother ihn weiter überwachen.

xxx

... wenn du das Sedacoron aufziehst, ohne, dass es schäumt.

xxx

... in dem du sagst, dass es dir leid tut.


xxx

.... in dem du "bitte, gern geschehen" sagst.

xxx

... wenn der Notarzt aus dem NEF steigt und du weißt, dass dir gleich dein "Depp des Tages" begegnen wird.

xxx

... das Team wie eine gut geölte Maschine funktioniert und jeder Handgriff sitzt, ohne, dass viel dabei geredet wird.

xxx



Ich bin im Augenblick nicht viel auf der Straße - leider. Der Dienst mit all seinen Facetten - tragisch, lustig und skurril - fehlt mir.


Habt ihr auch "Momente" (sie dürfen auch gern nicht rettungsdienstlich sein! :-) )

Was ist euer "Moment"?

Sonntag, 14. April 2013

Früüüühling

Der Blog ist frühlingsfit gemacht ... nun erwarte ich noch die Muse, die mich zu frühlingshaften Einträgen motiviert.
So oder so: SONNEEEE! :-)

Freitag, 11. Januar 2013

Das Herz

Das Herz hat jeder schon in irgendeiner Form erfahren. Als erstes lernt man es zu zeichnen irgendwann zwischen Stifthaltenkönnen und „endlich zu den Großen im Kindergarten gehören“. Ungelenk, immer eine Hälfte formvollendeter als die andere. Mein Herz wurde erst während meiner Volksschulzeit wirklich ansehnlich, und als das erkennbar, was es darstellen sollte. Aber, egal! Das Herz! Die Liebe! Märchenhaft, mysteriös und dann doch irgendwie eklig (weil Küssen offenbar dazugehört, und, seien wir ehrlich – iiiiiiiih!).

Und irgendwann wird das Herz dann entzaubert ... zum Beispiel im Biologieunterricht. Meine Schulbiologie beschränkte sich auf die Info "Muskel, der pumpt, bleibt er stehen, bist du tot" .Immerhin nicht gelogen, wenn auch vielleicht ausbaufähig. (Man muss dazusagen, mein Bio-Lehrer verbrachte den Großteil der Stunde damit, eine Dauerwerbesendung über sein Elektroauto zu veranstalten und uns davon zu überzeugen, dass Kompostieren von Biomüll sinnvoll ist. Auch dann, wenn man keinen Garten hat).

Es kam die Sanausbildung damit war's dann endgültig vorbei mit dem Mythos Herz. 30:2 und zahllose Fortbildungen und Sinusknoten und Trikuspidalklappe und RCA und Noradrenalin und Wenckebach und STENT und bla.

Immer 4-6 cm tief drücken, ja, wirklich. Arme durchgestreckt, nur in der Hüfte abknicken. Benutze das Gewicht deines Oberkörpers.

Aha, mhm, ein Vorhofflimmern also, ist das schon bekannt?

Druck auf der Brust, ok, machma mal ein 12er EKG.


Ich habe berufsmäßig relativ häufig mit dem Herz zu tun, es dreht sich ja im Grunde genommen alles darum, dass es weiterhin das tut, was es soll. Ich muss es als das sehen, was es ist - unseren muskulären Motor, mit allen seinen Eigenschaften und Anfälligkeiten.


Aber … ich glaube manchmal noch immer, dass da ein richtig herzförmiges Herz in meiner Brust sitzt. Mit rotem Farbstift ausgemalt, nicht immer ganz sauber, aber ok, da kann man drüberstehen. Zum Teil ein wenig angeknittert an den Ecken, aber das ist in Ordnung, das gehört dazu. Und die Falten glätten sich manchmal wieder – so wie jetzt.

http://www.kiwi-wissen.de/Article/Articleview/show-Article/article/192

Donnerstag, 29. November 2012

Wenn eine Hernie fliegen lernt

Mein Gott, Kinder können unglaublich laut schreien. Ganz besonders, wenn sie Schmerzen haben.

Ich stapfe mit meinem Team durch ein Fest in einer Schule. Eine geschätzte Milliarde Kinder mit ihren Eltern verstopft die Gänge des ehrwürdigen alten Gebäudes in einem noblen Wiener Gemeindebezirk. Unser Patient liegt im Erste Hilfe Raum am Ende des Ganges, der gut und gerne 20-30 Meter lang ist. Wir können das Gebrüll trotz des soliden Umgebungslärms der Festbesucher schon hören, noch bevor wir überhaupt in den besagten Gang eingebogen sind.

Kindernotfälle sind etwas ganz eigenes. Ich hasse sie wie die Pest und ich kenne auch keinen Kollegen, der bei diesen Einsätzen vollkommen entspannt bleibt. Ja, es gibt Schemata und vorgeschriebene Abläufe und Merkformeln und auf Autopilot funktionieren wir alle wenn wir müssen .. aber vor einem Kind zu hocken, das sich die Seele aus dem Leib brüllt, weil es Angst und Schmerzen hat und zu wissen: okay, jetzt akut kann ich nichts tun, wir müssen halt ins Krankenhaus - das jagt mir jedesmal wieder eine Gänsehaut über den Rücken.

So ist es auch dieses Mal - wir betreten den muffigen Erste Hilfe Raum (warum sehen die eigentlich immer aus wie Abstellkammern?), ich trete an die Liege heran, auf der ein 5jähriger liegt, schon mit ganz rotem Kopf vor lauter Geschrei, und als er mich sieht, legt er noch eins drauf. Ich ziehe, bevor ich mich zu den Kiddies setze, immer die Uniformjacke aus, dann sehe ich nicht ganz so grell und bunt und ungewohnt aus ... aber trotzdem, ich bin fremd und ich gehör "zu denen da", die da jetzt mal im Eck stehen bleiben und mich vorgehen lassen, und im kindlichen Kopf haben "die da" alle Spritzen und machen schreckliche Sachen, die weh tun, und es tut ja jetzt schon alles weh. Ehrlich, ich würde auch schreien, was das Zeug hält.

Innerhalb von ein paar Sekunden klingeln mir wirklich die Ohren, aber ein weiser Satz der Notärztin, die mich ausgebildet hat, setzt sich durch: "Ein schreiendes Kind atmet und darum freuen wir uns, dass es schreit." Ich freue mich also angemessen und lasse mir von der Mutter, die neben dem Kleinen sitzt und ihn liebevoll streichelt, erzählen was passiert ist. In Kurzfassung - Hernie bekannt, man weiß man muss das Ding eigentlich operieren, aber bisher hat sie noch keine Probleme gemacht und man wollte noch ein bisl warten, aber nach einem Hustenanfall hat das Geschrei begonnen und als sie nachgeschaut hat, zeigte sich eine deutliche Wölbung in der linken Leiste und die lässt sich auch nicht mehr zurückdrücken. Sie hebt den Pulli des Jungen an und - ja, da issie, die Hernie, eine stattliche Beule.

Ich verzichte drauf, auch noch dran herumzufummeln, erkläre der Mutter, dass wir uns schleunigst auf den Weg in eine Kinderchirurgie machen werden und überlasse meinem Team den Transport von Zwerg mit Mutter in den RTW. In der Zwischenzeit hänge ich mich ans Telefon, um ein passendes Bett im Fett-Riesen-Großen-Krankenhaus-nur-2-Minuten-entfernt zu organisieren.

Fehlanzeige. Sogar mit dem kreischenden Kind im Hintergrund ist es ein Ding der Unmöglichkeit in besagtem Spital ein Bett zu bekommen, alles dicht. Das nächstmögliche ist im Bezirk gaaaaanz-woanders, fast 20 Minuten entfernt. Die Aussicht auf die Fahrt löst weder beim Team, noch bei mir Begeisterungsstürme aus, kurz wird der Notarzt zur Schmerztherapie angedacht, aber wir lassen es dann doch - bis der Doc da ist, haben wir mindestens schon die Hälfte des Weges hinter uns, und wenn die Darmschlinge wirklich so unwiderruflich eingeklemmt ist, wie es den Anschein hat, sollte man tunlichst schauen, dass man weiter kommt. Wegen Durchblutung und so wär's. Ich rede kurz mit der Mutter - sie stimmt mir zu. Schauen wir, dass wir Meter machen.

"Kannst du bitte fliegen?" frage ich meinen Lenker als wir uns auf den Weg machen und er wirft mir ein süffisantes Grinsen zu und setzt seine Mr-Badass-Sonnenbrille auf.
Und, alter Schwede, der Mann kennt das Auto und weiß genau was er rausholen kann ohne zu ruppig zu fahren - aber nichtsdestotrotz fallen ein paar Absaugkatheter aus dem Behälter an der Wand und die Box mit den Untersuchungshandschuhen klatscht in einer Kurve auf den Boden. Im Nu sind wir aus dem gröbsten Stadtverkehr draußen und auf der Autobahn. Die Mutter, blass bis grün im Gesicht, bittet mich so würdevoll sie kann um ein Speibsackerl, das ich ihr verständnisvoll in die Hand drücke.

Der einzige, dem das alles völlig wurscht ist, ist unser kleiner Patient. Der liegt, eingeschläfert vom Fahrstil meines Lenkers auf der Trage und döst entspannt vor sich hin.

Wir lernen daraus, was viele Eltern schon immer vermutet haben: Autofahren ist und bleibt für viele Kids das beste Einschlafmittel, komme was da wolle. Auch, wenn sich die Erwachsenen dabei übergeben.

About

Ein bunter Mix aus Sanitätergedanken, Studentenqualen, zuwenig Schlaf, drei Jobs und einem zum Teil etwas wirren Privatleben. Lesen auf eigene Gefahr. Dass Beiträge immer verständlich und klar formuliert sind, wird hier nicht garantiert.

Zum Rauszoomen ...


Massive Attack
Paradise Circus



Clara Luzia
Here's To Nemesis

Das kleine....

Früher, als das Gras noch grün und die Kühe noch fett waren ...

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Wow ... Schon soviele?

Little Mia is watching :-) ...

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Zuletzt aktualisiert: 28. Jan, 01:32

Disclaimer

Eh klar. Alles erstunken und erlogen. Keine Ähnlichkeiten zu wem auch immer, egal ob lebend, tot, fiktional. Und mich gibt's in Wirklichkeit auch nicht.

... and the Oscar goes to ...
arbeit aller art
auf skurrile weise geld sparen
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Das Wort ist mächtiger als das Schwert
die gewisse Grundgröße: 6 m!
die universität macht naturtalente bläd
die wände hoch, die straßen entlang ...
feiertags-wahnsinn
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G'schmackig!
gute Idee - schlechte Idee
im auftrag eurer eiligkeit
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